Neue Corona-Regeln: Keine Proben, viele Absagen. Chöre und Kapellen im Bezirk Gmünd streichen Auftritte. Auch Theater hats schwer.

Von Johannes Bode. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:33)
Symbolbild
Sutterstock.com, Kozlik

Allerheiligen ohne Chor-Gesang, die Adventmärkte ohne Musikkapellen: Die neue Corona-Verordnung, nach der sich auch bei Kulturvereinen nur mehr sechs Aktive in Innenräumen treffen können, macht das Proben für Kapellen und Chöre „nahezu unmöglich“, wie der Gmünder Bezirksobmann des Blasmusikverbandes, Karl Stütz, berichtet.

„Die Auftritte und Proben waren bisher schon sehr reduziert. Jetzt ist es auch damit vorbei, es wird aus derzeitiger Sicht heuer keine Auftritte mehr geben“, so Stütz. Er denkt, dass sich daran nicht so schnell etwas ändern wird: „Wir hoffen natürlich, dass es im Frühjahr wieder losgehen kann.“

Auch für Chöre wird es eng. Die „S(w)ingin´ voices“ (Großschönau) hätten heuer noch im Rahmen des Weitraer Adventmarktes eine „weihnachtliche Konzertstunde“ im Volksheim veranstaltet. Der Auftritt wurde auf 2021 verlegt.

„Somit sind alle weiteren Auftritte für 2020 abgesagt, weswegen wir auch eine Probenpause einlegen“, erzählt Chor-Leiterin Alexandra Grübl. „Abstand halten wäre kein Problem gewesen, aber mit nur sechs Personen Proben zu veranstalten macht wenig Sinn, weil wir mit dieser Regelung selbst die einzelnen Register noch einmal oder mehrere Male teilen müssten.“

Der letzte Auftritt des Chores war im September bei einer Hochzeitsmesse in Kottes. „Alle anderen Hochzeiten, die wir heuer musikalisch gestaltet hätten, wurden bereits auf nächstes Jahr verschoben“, sagt Grübl.

Absagen erfassen auch unsere Theater

Während die „Bühne Heidenreichstein“ ohnehin schon im Frühjahr alle Produktionen abgesagt hat, musste nun auch im Wald4tler Hoftheater aufgrund der neuen Regeln ein Stück auf nächstes Jahr verschoben werden: Die Produktion „Walden“ hätte im Theatercafé stattgefunden, wo man nicht gleichzeitig Getränke ausschenken hätte dürfen.

Außerdem gibt es gerade bei diesem Stück kaum Abstand zwischen Schauspielerin und Publikum. „Vor und nach Vorstellungen im Saal dürfen wir nach derzeitigem Stand weiterhin im Café ausschenken, allerdings müssen Vorstellungen mit über 50 Personen extra bewilligt werden“, berichtet Intendant Moritz Hierländer. Es gebe auch ein paar Ticket-Stornierungen aus der sogenannten Risikogruppe: „Das hält sich allerdings bei uns in Grenzen.“