Im Gotteswahn den Mieter (41) geprügelt. Mann, der sich als Wiedergeburt Gottes betrachtet, ließ Fäuste sprechen – als es der Mieter an verlangter Demut mangeln ließ.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 22. März 2020 (12:46)
Symbolbild
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„Das ist doch ein Witz, jemanden bei offenem Fenster einzusperren, wenn es nur einen Meter runtergeht“, spöttelt der angeklagte Hausherr (44) aus dem Raum Litschau grinsend vor Gericht.

„Der 41-jährige Mieter, dem Sie mehr als zehn Faustschläge ins Gesicht versetzten, empfand es sicher nicht als Witz. Sie forderten von ihm Unterwerfung ein, und drohten, ihn einzusperren. Er sprang aus Angst vor Ihnen aus dem Fenster und flüchtete“, entgegnet Richter Gerhard Wittmann harsch.

„Für mich ist der nicht richtig im Kopf. Ich habe mit dem Helm nur versucht, seine Schläge abzuwehren.“ Das Opfer vor Gericht

„Er ist mit dem Helm auf mich losgegangen, dann ist es eskaliert. Damals fand ich meine Reaktion, die Schläge, gerechtfertigt. Heute sehe ich ein, dass ich überreagiert habe“, erklärt der 44-Jährige und äußert verquere Ansichten. Unter anderem: „Ich bin das Licht, die Wiedergeburt von Gott.“

Wie es um den Geisteszustand des 44-Jährigen bestellt ist, lässt der Richter dann durch einen psychiatrischen Gutachter klären: Der befindet den 44-Jährigen für zurechnungsfähig, stellt bei ihm keine hochgradige Geisteskrankheit oder Suchtmittelabhängigkeit fest. Er findet keinen Grund für eine Anstaltseinweisung.

Das Opfer kommentiert die Expertise: „Für mich ist der nicht richtig im Kopf. Ich habe mit dem Helm nur versucht, seine Schläge abzuwehren.“

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wird der bislang unbescholtene 44-Jährige wegen schwerer Körperverletzung und Drohung zu acht Monaten bedingt verurteilt.