Unfall: Hilfswelle für Familien der Getöteten. Hilfs-Aktionen für Hinterbliebene der in Raasdorf getöteten jungen Väter. Bezirk Gmünd trauert indes um vierten Verkehrs-Toten binnen weniger als drei Wochen.

Von Karin Pollak und Markus Lohninger. Erstellt am 24. Juli 2019 (06:19)
privat
Robert Volkmann † und Alois Schmitner †

Der Zusammenstoß eines Firmen-Pritschenwagens mit einer Eisenbahn-Garnitur im Bezirk Gänserndorf, bei dem am 9. Juli zwei junge Väter verstorben sind, macht immer noch betroffen. Viele NÖN-Leser wollen nach dem vorwöchigen Beitrag über die Not der Hinterbliebenen helfen.

So meldete sich eine Frau aus der Gemeinde Kirchberg bei der NÖN. Sie bot Barbara Schmitner, die mit ihrem zweijährigen Sohn derzeit in St. Pölten lebt, Hilfe beim Ausräumen ihres Hauses in Nondorf an. „Mir wurde auch schon mehrfach via Facebook Hilfe angeboten, das ist wirklich nett. Aber momentan kann ich mich nicht überwinden, nach Nondorf zu fahren“, meinte Schmitner am Tag nach dem Begräbnis ihres Gatten, an dem auch Arbeitskollegen von Leyrer+Graf teilgenommen haben. Inzwischen hat sie mit dem Ausräumen begonnen.

 Gemeinden richten Spendenkonten ein

 Die Gemeinde Hoheneich will die junge Mutter und ihren zweijährigen Buben unterstützen, hat ein Spendenkonto eingerichtet. Bürgermeister Christian Grümeyer: „Diese Aktion soll dazu dienen, Barbara Schmitner und ihrem Sohn zumindest bei der Bewältigung der ersten finanziellen Sorgen zu helfen. Ich hoffe auf die Unterstützung der Bevölkerung.“ Spenden können auf das „Spendenkonto Schmitner“ mit dem IBAN: AT54 3241 5091 0100 0017 bei der Raiffeisenbank Oberes Waldviertel eingezahlt werden.

Rasch richtete auch die Gemeinde Haugschlag, in der das zweite Todesopfer Robert Volkmann mit seiner Lebensgefährtin und kleinen Tochter gelebt hatte, ein Spendenkonto ein. „Damit wollen wir Sabrina Kurz und ihre Tochter bei der Sanierung des Hauses unterstützen“, betont Bürgermeister Adolf Kainz gegenüber der NÖN.

Das Spendenkonto lautet auf „Familie Volkmann-Kurz“ mit dem IBAN: AT58 3241 5000 0050 3110. Zahlscheine liegen in den Raiffeisenbank-Filialen und am Gemeindeamt Haugschlag auf.

 Nächster Verkehrstoter: Pkw-Lenker betrunken

 Nur sieben Tage nach dem Unglück an der Wiener Stadtgrenze und zweieinhalb Wochen, nachdem ein Heidenreichsteiner (35) bei einem Motorrad-Unfall tödlich verunglückt war, ereilte den Bezirk indes bereits die nächste Todesnachricht: Der frühere Zollwachebeamte Josef Hochleitner (77) aus Hoheneich erlag am 16. Juli, sechs Tage nach einem folgenschweren Unfall im Bereich der B41-Unterführung in seinem Heimatort, seinen Verletzungen. Bürgermeister Christian Grümeyer trauert um einen „netten, immer ruhigen und guten ehemaligen Arbeitskollegen, der auch im Verschönerungsverein immer zur Stelle war, wenn man ihn brauchte“.

Der Mann war von Hoheneich kommend mit dem E-Bike auf die Unterführung zugefahren, aus Richtung Altstoffsammelzentrum war ihm ein Autofahrer entgegen gekommen – der den Biker offenbar beim Linksabbiegen in Richtung Schrems übersah. Der Pkw-Lenker (72) aus dem Großraum Gmünd war, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, alkoholisiert. Er wurde angezeigt und musste den Führerschein bereits an Ort und Stelle abgeben.

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