Rege Debatte: Wie das Lkw-Problem lösen?. Schwerverkehr-Aufkommen im Bezirk Gmünd sorgt für rege Debatte. SP-Harrer: „Brauchen Lkw, das Wie muss geregelt sein.“ VP-Göll sieht Experten am Zug.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 16. September 2020 (02:28)
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Via NÖN in Aussicht gestellte Sanierungen und Verbreiterungen der Bundesstraße B5 nördlich von Heidenreichstein stießen erwartungsgemäß auf positives Echo, als Lösung für das zunehmende Schwerverkehr-Aufkommen werden sie allerdings mitnichten gesehen – teilweise eher im Gegenteil: Bessere Straßen könnten erst recht zusätzlichen Durchzugsverkehr anziehen, wird kritisiert. Also was tun?

SP-GVV-Chef Karl Harrer: „Brauchen Lkw, das Wie muss geregelt sein.“
NOEN

„Keine Frage, wir alle brauchen Lkw. Aber das Wie muss geregelt sein“, sagt Karl Harrer als Obmann im SPÖ-Gemeindevertreterverband. Sein Pendant auf ÖVP-Seite, Landtagsabgeordnete Margit Göll, sieht für die Frage des Wie Experten am Zug. Genauso Amaliendorfs SP-Gemeindechef Gerald Schindl: „Es gibt Verantwortliche, die aufgeweckt werden müssen, und es gibt Experten, die fachlich wissen müssen, wie alternative Lösungen aussehen können.“

Alles, was geht, auf Schiene?

Heidenreichsteins Hans Pichler spricht das Thema Schiene an: Lkw-Durchzugsverkehr solle auf die Bahn umgesattelt und erst von den einzelnen Bahnhöfen weg durch Lkw verteilt werden – eine Forderung, die Bahn-Aktivist Gerald Hohenbichler etwa mit dem Vorschlag eines Bahnknotenpunktes („Micro Terminal“) in Vitis schon vor Jahren aufgeworfen hat.

VP-Abgeordnete Margit Göll sieht „Experten am Zug“.
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NÖN-Leser Philipp Kronbichler aus der Gemeinde Kautzen schlägt eine Reaktivierung und den Ausbau von Nebenbahnen als Zubringer vor: „Die Schmalspurbahn Gmünd-Litschau könnte bis Nová Bystřice verlängert werden. Auch die Thayatalbahn sollte von Waidhofen wieder bis nach Slavonice führen.“ Nur so könne der Schwerverkehr dauerhaft von der Straße geholt werden.

Landesrat: „Laufende Bemühungen“

Büro von Landesrat Schleritzko streicht Investitionen in B36 hervor.
Marschik

Für Umfahrungen an B5 und B30 gebe es aktuell keine Überlegungen, räumt Gerald Bogg von der Straßenbauabteilung 8 Waidhofen ein. Pläne für die Ertüchtigung der B5 zwischen Eisgarn und Grametten seien „EU-förderabhängig“. Er verweist für grundsätzliche Fragen ans Büro von VP-Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.

Der NÖ Straßendienst bemühe sich laufend, durch Sanierungen, Verbreiterungen oder Spurzulegungen das Straßennetz und die Verkehrssicherheit im Waldviertel zu verbessern, heißt es dort, das koste pro Jahr etwa 30 Mio. Euro. Doppelt so viel macht der ab 2022 geplante B36- Ausbau Großglobnitz-Kleinpoppen zwischen Vitis und Zwettl aus, von dem man sich eine Entlastung von Schwerverkehr verspricht – wenngleich der etwa im dann stärker belasteten Langschwarza gefürchtet wird. Verwiesen wird auch auf das grenzüberschreitende Lkw-Durchfahrtsverbot an B2 und B4, das täglich mehrere hundert Durchfahrten verhindere.