Schnaps & Rauch ab 18: Starker Schutz für Jugendliche. Neues Jahr begann mit Verschärfung. Gmünds Wirtesprecherin fordert Umsetzung auch von Eltern und Vereinen.

Von Sonja Eder. Erstellt am 03. Januar 2019 (03:58)
APA (Fohringer)
Alkohol bei Jugendlichen immer wieder ein Problem

Jugendliche und junge Erwachsene werden wohl in den nächsten Wochen verstärkt in Diskos, bei Wirten, in Trafiken und Geschäften ihre Ausweise zeigen müssen: Ein neues Jugendschutzgesetz trat mit 1. Jänner in Kraft. Dieses verbietet unter 18-Jährigen Rauchwaren, E-Zigaretten und Shishas sowie Spirituosen zu kaufen und in der Öffentlichkeit zu konsumieren. Striktes Rauchverbot hat sich in sehr vielen Gastronomiebetrieben ohnehin durchgesetzt, „Rüscherl“, „Baucherl“ & Co-Trinker werden in Zukunft ihre Volljährigkeit beweisen müssen.

„Wir haben schon das neue Jugendschutzgesetz an unsere Mitglieder ausgeschickt, es wird auch neue Aufkleber geben, die auf die neue Gesetzeslage aufmerksam machen“, sagt WKO-Wirtesprecherin Doris Schreiber, selber Inhaberin der Waldschenke in Kurzschwarza.

In ihrem Betrieb kenne sie die Gäste, bei Unsicherheit habe sie immer schon einen Ausweis verlangt. „Wir nehmen das Jugendschutzgesetz sehr ernst. Die jungen Leute sollen bitte nicht böse auf uns sein, wenn wir sie um ihren Ausweis bitten müssen“, sagt sie.

In Gmünds Minibar wird ebenfalls das Vorzeigen eines Ausweises verlangt: „Wir kontrollieren oft“, nimmt es Inhaber Max Püchel sehr genau. „Burschen reagieren auf eine Ausweiskontrolle gelassener als Mädchen“, bemerkte er. Dennoch könnten alle bei ihm mit bunten, wohlschmeckenden Cocktails anstoßen – fast 20 alkoholfreie Cocktails werden in der Minibar angeboten.

In Günter Köhlers Trafik am Gmünder Stadtplatz mussten schon jetzt junge Kunden den Ausweis zeigen, Tabak und Lottoschein gibt es dort nur ab 16, seit 1. Jänner Rauchwaren nur mehr für Volljährige.

Wirtesprecherin Doris Schreiber sieht nicht nur die Gastronomen in der Pflicht: „Es sind auch die Eltern gefordert und andere Veranstalter wie Vereine angehalten, streng zu kontrollieren.“

„Es wird eine Herausforderung für die Veranstalter sein“, meint Klaus Rosenmayer, Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter. „Als Rotes Kreuz ist uns bewusst, dass Rauchen schädlich ist und so halten wir das generelle Rauchverbot ein.“ Was den Konsum von Spirituosen ab 18 betrifft, zählt er auf ein lange bewährtes System: „Verschiedenfarbige Armbänder als Eintrittskarte bei Festen vereinfachen die Alters kontrolle beim Alkoholausschank“, weiß er. Selbstverständlich würde auch bei Festen auf das Jugendschutzgesetz hingewiesen werden. So werde das auch bei Feuerwehrfesten gehandhabt, versicherte Bezirksfeuerwehrkommandant Erich Dangl.

Rauchverbot bereits am gesamten Gym-Gelände

Im Gymnasium Gmünd herrscht seit Beginn dieses Schuljahres am gesamten Gelände Rauchverbot. „Das gilt auch für Besucher und bei Schulfesten“, ist Direktor Günter Czetina streng, Security werde dies auch überwachen. Ebenso werde bei Schulfesten beim Ausschenken von Alkohol aufs Alter geachtet. „Schwer zu kontrollieren ist, wenn Ältere für Jüngere Alkohol kaufen“, so Czetina.

„Das Jugendschutzgesetz ist immer ein Schwerpunkt bei Routinekontrollen auf Straßen und in Gaststätten“, informiert Bezirkspolizeikommandant Wilfried Brocks, es gebe auch Schwerpunktaktionen bei Festen oder Clubbings.

Was im privaten Umfeld den Tabak- und Alkoholkonsum von Jugendlichen betreffe, gebe es aber seitens der Exekutive keine Handhabe.

Das Gesetz zielt auf öffentliche Orte ab…

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