An der Grenze wird es wieder eng. Österreich macht wegen Covid-Ausbreitung in Tschechien die Grenze wieder dicht.

Von Alexandra Popel, Markus Lohninger und Karin Pollak. Erstellt am 12. Januar 2021 (17:00)
In den Nachrichten war von Staus an Übergängen wegen verschärfter Kontrollen zu hören. In Gmünd blieb es beschaulich.
M. Lohninger

In Tschechien schießen die Covid-Infektionszahlen neuerlich in die Höhe – im Gleichklang dazu wurden die Kontrollen an den Grenzen von österreichischer Seite drastisch erhöht. Im Lauf der Woche dürften wie schon im März etliche Übergänge komplett geschlossen werden.

Auf tschechischer Seite kursierte die Information, dass im Kreis Südböhmen nur Hauptübergänge wie Dolní Dvořiště-Wullowitz oder České Velenice-Gmünd offen bleiben. Nach der Ankündigung von Innenminister Karl Nehammer am Freitag, jedes aus Tschechien und Slowakei einreisende Fahrzeug zu kontrollieren, wurde auch im Gmünder Bezirk die zuvor eher lose Präsenz von Heer und Polizei an der Grenze massiv verstärkt. Staus wie an anderen Übergängen blieben hier aus – der Zustrom war abseits des Berufsverkehrs (der im Anschluss auch nicht in Quarantäne muss) überschaubar.

Aufgrund der Ausbreitung des Virus – am 6. Jänner waren fast 18.000 Neuinfizierte ein neuer Rekord – wurde der Notstand in Tschechien verlängert. Weitere Verschärfungen könnten kommen. Die „7-Tage-Inzidenz“ lag am Freitag bei 680, im Grenzland zwischen 500 und 600. Einige Spitäler und Rettungsdienste berichten laut Medien, dass sie maximal ausgelastet sind.

130 TÜPl-Soldaten an Grenze

Die Führung der Covid-Assistenzkompanie an der Grenze zu Tschechien und Slowakei übernahmen die Soldaten des Truppenübungsplatzes Allentsteig. Laut Oberst Herbert Gaugusch unterstützen 130 Mann aus den Garnisonen Allentsteig, Horn, Weitra, Amstetten und Güssing die Polizei bei ihren Aufgaben gemäß den Vorgaben der Gesundheitsbehörden. Er rechnet mit einem Einsatz bis voraussichtlich Ende März. Die Soldaten sind abwechselnd je sechs Tage im Einsatz, dann folgen zwei freie Tage. Untergebracht sind sie großteils in Kasernen, zusätzlich mietete das Bundesheer zivile Unterkünfte an.