Trend geht zum Rad – auch im Alltag. Immer mehr Menschen steigen auch im Bezirk aufs Fahrrad. Allerdings nicht nur zum Freizeitvergnügen, sondern auch immer öfter für tägliche Wege.

Von Karin Pollak. Erstellt am 24. Juni 2020 (04:36)
Die Beliebtheit des Radfahrens ist weiterhin im Steigen begriffen. Das bemerkt auch Friederike Moldaschl im Heidenreichsteiner Radgeschäft Moldaschl.
Köpf

Das Radfahren ist eines der beliebtesten Hobbys. Das wurde durch den Corona-Lockdown noch einmal verstärkt, wie auch die Fahrradhändler (siehe unten verlinkten Artikel) schildern. Aber wie wird das Fahrrad im Bezirk genutzt? Ist es nur ein Sportgerät oder wird es auch langsam zum Alltagsgerät, sprich zum normalen Fortbewegungsmittel? Die NÖN hat sich umgehört.

Mehrheit in der Freizeit

Die Freizeitradler sind im Bezirk klar in der Überzahl. Das war zu erwarten. Schließlich gibt es im Bezirk sieben gemeldete Radvereine, dazu sehr viele lose Vereinigungen, die sich zu Radtouren treffen. In der Gemeinschaft macht es doch mehr Spaß – egal, ob mit reiner Muskelkraft oder elektrischer Hilfe. Der älteste noch aktive Verein ist der 1898 gegründete „Radfahrclub-Braunauhort-Langegg“.

Die Beliebtheit des Freizeitradelns macht sich auch beim Radwegeangebot bemerkbar – das ist quer durch den Bezirk großteils touristisch ausgelegt. Laut „Outdooractive“ gibt es hier 26 abwechslungsreiche Radtouren. Darunter befindet sich der Waldviertler Radweg von Krems bis Kleinpöchlarn, der Iron-Curtain-Trail „Euro Velo 13“, auf den man sich auf die Spuren des Eisernen Vorhanges machen kann, der Waldviertelbahn-Radweg oder der Waldviertler Wasserlandschaftsweg, ausgehend vom Unterwasserreich. Aber auch der Gipfel des Nebelsteines ist ein beliebtes Radtourziel.

Für größere Radtouren wird auch häufig das sehr gut ausgebaute tschechische Radwegenetz genutzt. Alleine im Südböhmischen Raum gibt es 193 Radrouten.

Erste Erfolge für Radlobby

Das Rad wird aber auch im Alltag ein immer wichtigerer Faktor. Auch wenn das Radwegenetz ausbaufähig ist, werden eigene Fahrbahnen für Radler vor allem in den Städten immer mehr. Die im Vorjahr gegründete Radlobby Gmünd macht sich für das Alltagsradfahren stark und will gleichzeitig die Radinfrastruktur verbessern. „Wir wollen eine Interessensvertretung der Radfahrer mit den Gemeinden sein“, erklärt Gründerin Kristin Harrich, die die ersten diesbezüglichen Erfolge verbuchen konnte.

So wurde in Gmünd der Radweg in der Weitraer Straße im Bereich der Bobbin von einem benützungspflichtigen Radweg (runde Tafel) in einen „nicht benützungspflichtigen Radweg“ mit eckiger Tafel umgeändert. „In diesem Bereich müsste man sonst zwei Mal die Straße queren, was sehr gefährlich sein kann“, zeigt Harrich auf. Auch der Radabstellplatz beim Bahnhof, bei dem abgestellte Räder nicht gesichert werden konnten, wurde in einen modernen Radplatz umgewandelt.

Radeln in Gmünd mehr geworden

„Wichtig ist für uns, dass die Wege radfreundlich ausgestattet sind, dann können auch größere Distanzen zwischen Gemeinden bewältigt werden und gerade die E-Bikes können für längere Arbeitswege genützt werden. Innerstädtisch ist das ja sowieso klar“, meint Harrich, die sich besonders darüber freut, dass die Radlobby bei der Landesaktion „Radgrundnetz“ eingebunden worden ist. „Wir dürfen uns bei den geplanten Radwegen zwischen Gmünd, Schrems, Waldenstein und Großdietmanns einbringen.“

Das Radeln innerhalb von Gmünd sei, so Harrich, im Steigen begriffen, jedoch durch Corona gebremst worden. „Der Radweg in der Bahnhofstraße hat das Radfahren in der Stadt sicher attraktiver gemacht.“

BH Grusch setzt aufs Rad

Mindestens 150 Kilometer im Monat spult Bezirkshauptmann Stefan Grusch im Sattel ab. Nicht nur mit der Familie wie zuletzt bei der Radtour am Vatertag. „Bei Fahrten bis zu zwei Kilometer erspart man sich mit dem Auto zeitlich gar nichts“, sagt er. „Man braucht keinen Parkplatz und hat keine Kosten. Das Radwegenetz wird besser, aber die Radler werden nicht mehr.“

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