CoV: BH Grusch sieht den Wirt als sicher(st)en Hafen. Bezirkshauptmann bricht angesichts aktueller Entwicklungen Lanze für Gastronomie: „Geordnetes Umfeld, keine Folge-Infektionen.“

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Oktober 2020 (06:07)
Bezirkshauptmann Stefan Grusch hielte frühere Sperrstunde für ein Risiko.
privat

Eine weitere Woche mit etlichen Neuinfektionen, aber keinem richtigen Covid-Cluster hat der Gmünder Bezirk hinter sich. Die wichtigste Nachricht: Die Zahl der täglichen Positivtests pendelt sich bei etwa fünf ein, früher Infizierte verschwinden nach und nach aus der Bilanz – damit ist die Zahl der aktuell Coronakranken trotz des klassischen Herbstwetters leicht fallend.

Zweitbeste Entwicklung im Waldviertel

Am Morgen des 20. Oktober hielt der Bezirk bei 180 je positiv auf Covid-19 getesteten Personen, davon 34 CoV-Fällen innerhalb der vergangenen sieben Tage. In dieser für den überregionalen Vergleich aussagekräftigen Statistik der „7-Tage-Inzidenz“ fiel Gmünd auf hohem Niveau erstmals seit dem Hochzeits-Cluster im September hinter Waidhofen und Zwettl zurück, zeigt im Waldviertel die zweitbeste Entwicklung.

Bezirkshauptmann Stefan Grusch hielte frühere Sperrstunde für ein Risiko.
NOEN

Das Virus konzentriere sich räumlich nicht mehr, sondern verteile sich großflächig über den Bezirk, stellt Bezirkshauptmann Stefan Grusch fest: „Gerade deshalb bleibt rasches Einschreiten nach positiven Testungen wichtig, unsere Mitarbeiter halten hier ihr hohes Tempo.“

Gefährlichster Infektionsherd bleibe der Bereich Familie, private Feste, Verein. Die Gastronomie hält er für vergleichbar sicher: „Es gab auch hier einzelne Fälle von Personal oder Gästen, die aber keine Folge-Infektionen nach sich zogen.“ Den Grund dafür vermutet Grusch neben größeren räumlichen Kapazitäten in Lokalen auch in einem dort geordneteren Umfeld.

„Gastwirte schauen bei uns sehr genau darauf, dass die Vorgaben eingehalten werden und nichts passiert“, sagt er. Daher hält er auch wenig von Sperrstunden-Verkürzungen – jene in Tschechien wurde wegen zuletzt explosionsartiger CoV-Ausbreitung weiter vorverlegt. Grusch: „Solange im Gasthaus gesessen wird, ist die Situation einigermaßen unter Kontrolle. Müssen Wirte früher schließen, dann werden Menschen eben mehr privat beisammensitzen – dort, wo das Risiko am höchsten ist.“

Verschärfte Grenzkontrollen haben offenbar bisher keine größeren Probleme zutage gefördert. Grusch berichtet von nur einzelnen Vorfällen: „Es wurde eher ruhig an der Grenze, mit vergleichbar wenigen Übertritten.“ Der Grenzverkehr konzentriere sich aktuell primär auf Pendler und Transporte.