Turnsäle sind voll ausgelastet. Nachfrage ist groß, Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Gemeinden aber gut.

Von Karin Pollak. Erstellt am 11. September 2019 (03:23)
Karin Pollak
Der Turnsaal der Volksschule Großdietmanns ist mehr als ausgelastet, auch viele Kurse der Sportunion Walviertel werden hier abgehalten. Im Bild: Sportunions-Präsidentin Marina Weissensteiner, Bürgermeister Erhart Weißenböck und Trainerin Magdalena Berger.

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Die Vereine im Gmünder Bezirk kooperieren sehr gut mit den Schulerhaltern, meist werden auch gar keine Miete oder Reinigungskosten verrechnet. Doch viele Turnsäle sind voll belegt.

In der Marktgemeinde Großdietmanns ist der Volksschul-Turnsaal zum Beispiel derart ausgelastet, dass keine „neuen“ Bewegungskurse mehr angeboten werden können. Neben den Trainings und Matches des Tischtennisclubs werden Fitnesskurse seitens der Hörmannser Frauenbewegung, des Seniorenbundes und der Fitness Union Waldviertel abgehalten. Auch der SV Union Großdietmanns trainiert hier.

Die Fitness Union mit Präsidentin Marina Weissensteiner zählt mit rund 500 Mitgliedern zu den größten Vereinen im Bezirk. „Die Nachfrage für unsere über 20 Kurse für Kinder, Erwachsene und Senioren in verschiedenen Sparten in Großdietmanns, Unserfrau, St. Martin, Großschönau und Hirschbach ist sehr groß, aufgrund der ausgelasteten Turnsäle können wir gar nicht allen Anfragen nachkommen.“ Meist könnten Turnsäle kostenlos genutzt werden, was wiederum den Mitgliedern zugutekomme: „Die Kurskosten sind dadurch günstiger.“

Für den Dietmannser Bürgermeister Erhart Weißenböck ist das kostenlose Überlassen ein Beitrag zur Förderung der Fitness. Sollten Schäden im Turnsaal auftreten, verfügt die Fitness-Union über eine eigene Haftpflichtversicherung.

Problem: Pausen während der Ferien

Ausgelastet sind auch die Turnsäle des Gymnasiums und des Schulzentrums in Gmünd. Zusätzlich zu den Nachmittags-Turnstunden kommen verschiedene Vereine, um ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. „Bei uns ist Schulwart Alois Redl der Koordinator und Ansprechpartner für die Vereine. Die Einheiten werden immer doppelstundig gebucht, die Miete beläuft sich auf acht Euro. Das ist mit der Stadtgemeinde so vereinbart“, betont Direktor Günter Czetina. Im Schulzentrum wird keine Miete verlangt, da nur „förderbare Vereine“ den Turnsaal nutzen.

Für die Sportunion Gmünd und Waidhofen ist Hannes Wittmann zuständig. „Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen die Schulwarte die Oberhoheit über die Turnsäle hatten“, meinte Wittmann, der auf eine erst kürzlich durchgeführte Online-Befragung bei allen Vereinen betreffend „Sportstättennutzung“ verweist. Diese sei noch nicht ausgewertet. „Grundsätzlich passt es zwischen Vereinen und Schulerhaltern. Lediglich die Pausen während der Ferien schaden dem Trainingsbetrieb“, so Wittmann. Das unterstreicht auch Raimund Hager, der NÖ Sportunionspräsident. Er fordert mehr Sportstätten: „Viele können keine Kurse anbieten, weil einfach keine Kapazität da ist.“

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