Corona-Einsatz beendet: Heer abgezogen, Grenze offen. Ungewohntes Bild nach der historischen Rückkehr des Gmünder Bezirkes an eine weitgehend tote Grenze: Der Grenzübergang Gmünd-Böhmzeil und České Velenice ist auf österreichischer Seite verwaist, der ursprünglich bis 4. Juli geplante Assistenzeinsatz im Grenzbereich zu Tschechien aufgrund der Corona-Pandemie wurde genau einen Monat früher beendet.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 04. Juni 2020 (20:59)

Die erst in der letzten Mai-Woche eingesetzten hundert österreichischen Milizsoldaten verließen die Grenze daher am 4. Juni wieder, die Grenzübergänge aus dem Gmünder Bezirk sind aus österreichischer Sicht erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder ungehindert passierbar.

Gesundheits-Kontrollen werden nach Auskunft von Bezirkshauptmann Stefan Grusch vorerst noch „stichprobenartig im Grenzraum vorgenommen“, dafür zuständig seien Polizei und Bezirkshauptmannschaft. 

Öffnung auch in Tschechien

(Update am 5. Juni)

Auch auf tschechischer Seite schien am Abend des 4. Juni eine neuerliche Öffnung nach dem Fall des Eisernen Vorhanges unmittelbar bevor zu stehen. Etwa am monatelang einzigen rund um die Uhr betriebenen Übergang des Bezirkes zwischen Gmünd-Böhmzeil und České Velenice wurden Fahrzeuge bereits teilweise durchgewunken, am Übergang Neu-Nagelberg/Halámky an der Bundesstraße B2 waren Betonsperren entfernt.

Teils bestanden entlang der mehr als hundert Kilometer langen Außengrenze des Bezirkes allerdings noch Barrieren verschiedener Art bis hin zu schlichten Sandhaufen auf Feldwegen. 

Am Freitagvormittag kündigte Tschechiens Regierungschef Andrej Babis schließlich eine Öffnung der Grenzen zu Österreich und auch Deutschland mit Mittag des 5. Juni an – nachdem noch zum Wochenbeginn der 15. Juni anvisiert worden war.