„Vogelgrippe“: Mehrere Fälle bei Wildtieren, Stallpflicht für Geflügel

Erstellt am 01. Februar 2023 | 04:03
Lesezeit: 3 Min
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Auch bei einem privaten Landschaftsteich in Langschwarza wurde eine mit der „Vogelgrippe“ infizierte Wildente gefunden. Der Eigentümer hat vorübergehend Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
Foto: privat
Zuletzt gab es auch im Bezirk Gmünd mehrere „Vogelgrippe“-Fälle an Wildtieren. Deshalb gilt vorerst Stallpflicht für Hühner, Gänse & Co.
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Rund um den Jahreswechsel ist die aviäre Influenza, auch „Vogelgrippe“ genannt, im Gmünder Bezirk wieder aufgetreten. Zu diesem Zeitpunkt hat Bezirkshauptmann Stefan Grusch auch in der NÖN zu vermehrter Vorsicht in der Geflügelhaltung aufgerufen, seither hat sich die Situation allerdings verschärft.

Erst am 26. Jänner wurde vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz eine österreichweit gültige Verordnung ausgegeben, die unter anderem Maßnahmen wie eine Stallpflicht vorsieht. Im Bezirk Gmünd betrifft die Verordnung alle Gemeinden außer Bad Großpertholz, Großschönau und Hirschbach.

Stefan Grusch spricht von einer Handvoll bestätigter Fälle im Bezirk Gmünd, es seien bislang nur Wildtiere betroffen gewesen. Das gilt auch für einen Fall aus Langschwarza: Der Besitzer eines privaten Landschaftsteiches hatte eine Wildente gefunden und die Behörde eingeschaltet. Der Teich war vorübergehend gesperrt.

Der Ente wurde eine Probe entnommen, die sich als positiv herausgestellt habe, sagt der Teichbesitzer und lobt die Zusammenarbeit mit der Behörde. Die nun geltenden Maßnahmen sehen etwa eine getrennte Haltung von Wassergeflügel und anderem Geflügel vor, zudem eine Stallpflicht für Geflügelhaltungen über 50 Tieren, und für kleinere Bestände eine Fütterung und Tränkung im Stallinnenbereich oder einem Unterstand. Die Maßnahmen gelten sowohl für die private als auch für die landwirtschaftliche Geflügelhaltung. Wie viele größere Betriebe im Bezirk betroffen sind, das kann Grusch noch nicht beziffern.

Tot aufgefundenes Geflügel bei der Behörde melden

Woher die aviäre Influenza in den Bezirk gekommen ist, lässt sich nicht genau feststellen: „Es ist reine Spekulation, ob sie Wildtiere aus einem Nachbarbezirk oder aus dem Ausland eingeschleppt haben“, sagt Stefan Grusch. Tot aufgefundene Wasser- oder Greifvögel sollen mit dem Fundort bei der Bezirkshauptmannschaft gemeldet und nicht bewegt werden.

Für Geflügel ist die aviäre Influenza laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) „hoch ansteckend“ und wird demnach über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Laut AGES können sich Menschen und andere Säugetiere bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel zwar anstecken, eine Übertragung durch Lebensmittel sei nicht möglich.

Wie lange die Stallpflicht in den betroffenen Gemeinden dauern wird, das ist derzeit noch nicht bekannt.

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