Waffenbesitz: Nach Kauf „abkühlen“. Was es mit dem Plus von 227 registrierten Waffen im Gmünder Bezirk auf sich hat – und wie der Weg zur Waffe aussieht.

Von Karin Pollak. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:18)
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Faszination und Furcht, das geht von Waffen aus, um die es immer wieder Diskussionen gibt. Wie die Situation angesichts gestiegener Registrierungen im Bezirk Gmünd im Vorjahr aussieht, durchleuchtete die NÖN.

Laut Bezirkshauptmannschaft Gmünd sind mit 1. Jänner insgesamt 6.854 Waffen registriert. Gegenüber dem Vorjahr sind das um 227 Waffen mehr (6.627). Dieser Anstieg beruhe primär darauf, dass bis Dezember 2021 alle bisher freiverkäuflichen Waffen wie Schrotgewehre registriert werden müssen. Die Zahl der Waffenbesitzer stieg jedenfalls nicht markant an: Im Vorjahr wurden 13 Waffenpässe und 38 Waffenbesitzkarten ausgestellt, 2019 waren es zwölf neue Pässe und 41 Waffenbesitzkarten.

Dreitägige „Abkühlphase“

Fakt ist, dass es nicht einfach ist, um überhaupt in den Besitz einer Waffe zu kommen. Das bestätigen sowohl Bezirksjägermeister Ernst Strasser (siehe Interview), der Präsident des Weitraer Schützenvereines Herbert Gaugusch als auch Erich Hofer, der in Kürze ein Waffengeschäft in Bad Großpertholz – es wird das Erste im Bezirk Gmünd sein – eröffnen will.

„Langwaffen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und gegen den kein Waffenverbot vorliegt, erwerben. Aber er muss mindestens drei Tage warten, bis ihm diese Waffe ausgehändigt wird. Diese ‚Abkühlphase’ entfällt, wenn ein Waffenkäufer zum Beispiel die Jagdkarte besitzt“, erklärt Hofer. Bei Waffen der Kategorie B (Faustfeuerwaffen) brauche es entweder eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass. Diese bekommt man aber nur nach einem positiven psychologischen Test und der Absolvierung eines Waffenführerscheines.

Erster Waffenkontakt beim Heer

Oft kommen Jugendliche erstmals beim Bundesheer mit Waffen in Berührung. Dieser Verantwortung sei man sich bewusst und die Ausbildung sei dementsprechend umfangreich, betont der Weitraer Kasernenkommandant Reinhard Bachner: „Die Voraussetzungen für das Scharfschießen mit dem Sturmgewehr sind die Beherrschung der Waffe, eine abgeleistete Schießgrundschule, das richtige Verhalten am Schießplatz, die selbstständige und eigenverantwortliche Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und ein intensives Trockentraining.“ Das Schießprogramm werde in ein Schul- und ein Gefechtsschießprogramm unterteilt. Ein wehrpflichtiger Soldat leistet durchschnittlich etwa 20 verschiedene Schießübungen ab. Bachner: „Durch intensive Ausbildung und hohe Sicherheitsbestimmungen kommt es kaum zu Unfällen mit Waffen.“

Auch Sportschützen werden geschult

Das bestätigt auch Oberst Herbert Gaugusch, der als Präsident den Heeressportverein Weitra leitet. „In unserem Verein ist die Mitgliederzahl seit Jahren gleichbleibend, jeder erhält eine Schulung und wächst in den Verein hinein. Es steht der Sport im Vordergrund.“

Waffen steigern Sicherheitsgefühl nicht

Zur Steigerung des eigenen Sicherheitsgefühles seien Waffen nicht geeignet – diese Meinung vertritt Psychologin Gabriele Kastner. Denn: „Studien belegen, dass Waffen tendenziell auch Täter machen.“

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