Wirte hoffen auf das „Danach“. Die Verfügungen, die aufgrund des Virus erlassen wurden, treffen die Wirte hart.

Von Martina Hofer. Erstellt am 20. März 2020 (12:30)
Symbolbild
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Einige Gastro-Betriebe im Bezirk intensivierten Lieferservices, andere schlossen ihre Tore – darunter das Restaurant im Sole-Felsen-Hotel, das Gmünder Stadtwirtshaus Hopferl, der Goldene Stern oder das Motorfun B30 in Heidenreichstein. Wie soll es für die Gastronomen weitergehen? Was brauchen sie?

Aufmerksamkeit und Gelassenheit seien notwendig

Familie Siller vom Hotel-Restaurant Goldener Stern hat ihr Hotel auf einen Minimalbetrieb umgestellt, da sie noch wenige Gäste im Haus haben. Sobald alle Gäste abgereist sind, schließen sie. „Nahezu all unsere Mitarbeiter sind momentan in Urlaub“, berichtet Maria Siller. „Wir beobachten die Entwicklung, warten ab, entscheiden Tag für Tag. Über eine WhatsApp Gruppe können wir diese dann schnell kommunizieren. Wir sind über viele Jahre zu einem starken, verlässlichen Team geworden und werden auch diese Situation gemeinsam gut meistern“, ist Siller überzeugt.

Aufmerksamkeit und Gelassenheit seien notwendig, Realitätsverweigerung sei jedoch schlecht. Daher halten sie alle Maßnahmen streng ein und hoffen, so ihre Mitarbeiter, Lieferanten und deren Familien dahinter gut zu schützen.

„Alles ad acta gelegt“

Josef Hag vom Hopferl
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Josef Hag hat sein Stadtwirtshaus Hopferl auf unbestimmte Zeit geschlossen. Derzeit beschäftige Hag zehn bis 15 Mitarbeiter. Er versuche, das Tief durchzustehen und der Situation sachlich zu begegnen. „Wir aktualisieren uns permanent via Facebook, WhatsApp und Telefon und wir haben schon viele Probleme bewältigt. Mit den richtigen Freunden im Boot und im guten Glauben daran, dass das Land hält, was es verspricht, sehe ich der Zukunft positiv entgegen. Im Moment braucht man viel Weitsicht. Aber es gibt ein Danach und auf das warten wir.“

„Denken wird sich verändern“

Martin Tauber vom Motorfun B30
NOEN

Martin Tauber von Motorfun B30 hat sein Lokal geschlossen. Der Shop ist zu und die Werkstatt läuft auf Minimalbetrieb. „Ich habe zehn Mitarbeiter gekündigt, aber das Schreiben ist noch nicht abgegeben. Ich überlege, ob es noch eine Möglichkeit gibt mit der Kurzarbeitszeit.“ Wirtschaftlich sei das Ganze ein Desaster, aber er versuche, das Beste daraus zu machen. Tauber geht davon aus, dass die Nachwirkungen in den Sommer hinein reichen. „Das Denken wird sich verändern. Die Wirtschaft zieht so viel aus uns allen heraus. Grundlegende Dinge werden nicht berücksichtigt. Ich glaube, dass jetzt ein Umdenken stattfinden wird.“