Wirte: Noch nicht offen, weiterhin hoffen. Die Vorfreude auf Lokalöffnungen ist auch im Bezirk Gmünd in der Gastronomie und Hotellerie groß. Aber welche Bedingungen können sich die Wirte vorstellen?

Von Anna Hohenbichler und Karin Pollak. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:44)
Auch Andreas Schimek hat sich sein Essen in Doris Schreibers Waldschenke abgeholt. Das Gasthaus-Feeling gibt‘s aber nicht zum Mitnehmen.
Waldschenke

Nach wie vor geschlossen sind Gastronomie und Hotellerie. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die diskutierte Öffnung noch vor Ostern, eine Entscheidung darüber soll am 1. März fallen. Die NÖN holte ein aktuelles Stimmungsbild von einigen der seit Wochen geschlossenen Betriebe ein.

Vorfreude auf Jubiläum beim Brauhotel Weitra groß

„Auch wenn noch nicht feststeht, wann wir das Brauhotel Weitra wieder öffnen dürfen, blicken wir positiv in die diesjährige Saison“, betont Prokuristin Viktoria Magenschab vom Moorheilbad Harbach, zu dem das Brauhotel gehört. Für die Stadt Weitra werde dieses Jahr sicher ein besonderes, denn: „Mit dem 700-jährigen Braustadtjubiläum dürfen wir uns auf viele Highlights freuen. Natürlich haben wir auch die Zeit genutzt und das Brauhotel auf ‚Vordermann‘ gebracht. Ebenso wurden bereits attraktive ‚bierige‘ Angebote und Packages geschnürt, die bereits auf die Gäste warten.“ Neben den klassischen Bieren, dem Weitraer Brauhaus Bio-Bier und dem Weizenbier gibt es heuer wieder zwei Spezialbiere: das Sommer-Pils und den Schwarzen Bock.

Wirte verlangen nach Perspektiven

Unter den Gastronomen gebe es hinsichtlich der möglichen Öffnungsschritte zwei Überlegungen, sagt Bezirks-Wirtesprecherin Doris Schreiber: Jene, die lieber zuwarten und dann ohne Tests als Voraussetzung aufsperren möchten – und jene, die mit Tests aber dafür früher öffnen wollen. „Wichtig ist aber, dass wir Perspektiven bekommen. Wir wollen endlich wieder Wirt sein“, betont sie. Das Stimmungsbild in der Gastronomie? „Es ist wirklich schon grenzwertig. Wir waren bis jetzt immer sehr solidarisch. Aber ich glaube, jetzt ist es mit der Solidarität bald vorbei“, sagt Schreiber.

Dass das Abholen von Speisen so gut angenommen wird, freue sie zwar. Manches kann es aber nicht ersetzen: Was fehlt, sei die Kommunikation mit den Gästen – und manchmal auch das Anrichten von Speisen am Teller.

Take-away gibt es auch in Leopoldsdorf

Die Genusswelt Riedl kocht jede Woche. Das werde gut angenommen – besonders die Burgerabende, sagt Sabrina Riedl: „Man muss den Leuten etwas bieten.“ Das Kochen für‘s Abholen lässt auch beim Team keine Langeweile aufkommen: „Wir hatten im ersten Lockdown eine Woche geschlossen, aber da war uns fad“, lacht sie.

Trotz Fallstaff-Auszeichnung keine Jubelstimmung

Die Gmünder „MiniBar“ hat sich Ende des Vorjahres wieder unter die besten fünf Bars im „Fallstaff Bars- & Spirits-Guide“ gereiht. „Das konnten wir mit unseren Gästen leider noch nicht feiern“, sagt Teilhaber Max Püchel. Veranstaltungen habe das Team schon im Hinterkopf, die Planungsunsicherheit erschwere aber das Arbeiten an den Details. Auch auf den Catering-Bereich soll wieder mehr Augenmerk gelegt werden.

Bestenfalls bringt der Frühling neben der Baröffnung auch warme Temperaturen für den Schanigarten: „Dann hoffen wir auf einen guten Start und zahlreiche Gäste“, sagt Püchel.

Sole-Felsen-Welt: Tests in Bad & Hotel denkbar, für Restaurant aber schwierig

„Es geht nicht nur darum, wann wir öffnen dürfen, sondern auch unter welchen Voraussetzungen“, erklärt Sole-Felsen-Welt-Geschäftsführer Bernhard Strohmeier: Immerhin sei eine gewisse Vorlaufzeit für die Planung der Öffnungen nötig. Negative Covid-Tests seien in Bad und Hotel eine gute Lösung. „Aber ob das die Ideallösung für die Gastronomie ist, ist eine andere Frage.“ Gerade das Mittagsgeschäft lebe vom spontanen Essengehen. Strohmeier: „Einen Frisörbesuch kann ich planen – den Restaurantbesuch nur bedingt.“

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