Wo sind die Raser unterwegs?. Wer künftig Tempolimits überschreitet, muss mit mehr Konsequenzen rechnen. An den Hotspots wird auch geblitzt.

Von Fabian Thaler. Erstellt am 08. September 2021 (04:43)

Am 1. September trat das „Raserpaket“ in Kraft und mit ihm deutlich schärfere Strafen. Wer die Geschwindigkeitslimits im Ort oder Freiland stark überschreitet, muss nun nicht nur mit einer längeren Führerscheinentnahme, sondern auch mit Verdoppelungen der finanziellen Strafen rechnen. So wurde beispielsweise das Höchstmaß von 2.180 auf 5.000 Euro angehoben. Die NÖN hörte sich um, wo die Raser-Strecken im Bezirk und im gesamten Waldviertel liegen.

Ein Hotspot ist die B41 zwischen Gmünd und Schrems

Heikle Punkte, an denen es zu regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt, gibt es im Bezirk Gmünd zu genüge. „Raserstrecken sind überall dort, wo es lange Geraden gibt. Ein Hotspot ist bekanntlich die Strecke zwischen Gmünd und Schrems, dort konnten wir allerdings mit vermehrten Kontrollen durch die Zivilpolizei und mobilen Radarboxen für eine deutliche Besserung sorgen“, schildert Bezirkspolizeikommandant Wilfried Brocks.

Profiteure von aufgestellten Radarboxen und strengeren Kontrollen sind durch verringerte Verkehrsunfälle nicht nur die Verkehrsteilnehmer selbst, sondern speziell Anwohner von Durchzugsorten auf sowie die Bevölkerung zwischen den „Raserstrecken“, da diese Orte ein hohes Unfallpotenzial bieten.

Illmanns: Subjektiv wurde es besser

 Neben Autos spielen auch Lkw eine entscheidende Rolle als Gefährder, weil diese oftmals kaum die Geschwindigkeit in Dörfern verringern und mit ihrer Größe ohnehin nicht zu unterschätzende Verkehrsteilnehmer sind.

Dass allerdings neu gesetzte Maßnahmen zumindest subjektiv Wirkung zeigen, kann der Bürgermeister von Reingers, Andreas Kozar, bestätigen – in Bezug auf das neue Radar in Illmanns: „In meiner Wahrnehmung hat sich die Situation bei uns beruhigt. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil wir an der Straße eine Familie mit Kleinkindern haben, die beim Spielen natürlich noch gefährdeter sind.“ Rein objektiv könne noch keine Bilanz über die aufgestellten Radarboxen gezogen werden. Es sei noch zu früh für eine Analyse, meint Polizeichef Wilfried Brocks.

Dass auch weiterhin gegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und an Entschärfungen an heiklen Verkehrspunkten gearbeitet wird, das versichert Bezirkshauptmann Stefan Grusch: „Unsere Verkehrsabteilung arbeitet täglich an Verbesserungsmaßnahmen für die Zukunft.“

Polizei auf der Umfahrung Zwettl unterwegs

Wer sein Auto so richtig „ausfahren“ möchte, bleibt meistens nicht nur im Bezirk Gmünd. Wie steht es also um Raser-Strecken in den umliegenden Bezirken?

„Infolge einer Unfallhäufung auf der Umfahrung Zwettl gab es in letzter Zeit einige Serienradar-Messungen, um festzustellen, ob dort eben vermehrt gerast wird. Dabei hat sich aber keine Häufung herausgestellt. Natürlich gab es Übertretungen, aber alles im Rahmen“, sagt Josef Lehr-Hübsch vom Bezirkspolizeikommando Zwettl. Wie sich die Lage mit dem neuen Strafrahmen verändert, müsse man erst abwarten. Grundsätzlich, so Lehr-Hübsch, sei die Polizei täglich mit Lasermessungen an den Straßen unterwegs. „Wir sind sehr dahinter, dass die Leute wissen, dass sie jederzeit geblitzt werden können.“ Daher sei auch die Entwicklung stabil. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gab es kaum Veränderungen beim Fahrverhalten.

„Das hat auch mit den geografischen Gegebenheiten zu tun. Im Bezirk Zwettl gibt es Straßen, die zu schnellem Fahren anreizen würden, eigentlich nur auf der Umfahrung Zwettl und dann Richtung Krems weiter“, erklärt Lehr-Hübsch.

Waidhofen: Schwerpunkte an Hauptverkehrsrouten

Einige Hauptachsen des Waldviertler Straßennetzes laufen auch durch den Bezirk Waidhofen: „Geschwindigkeitsüberschreitungen konnten im gesamten Straßennetz des Bezirkes gemessen werden. Schwerpunkte bilden dabei aber die Hauptverkehrsrouten B2, B5, B30 und die B36“, erklärt der dortige Bezirkspolizeikommandant Paul Palisek. Gezielt würde man an neuralgischen Punkten kontrollieren und Radarboxen platzieren.

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