Freundin malträtiert: Fünf Jahre Gefängnis. Er habe Partnerin weder geschlagen, bedroht noch versucht, zu vergewaltigen, beteuerte 47-Jähriger. Schöffen glaubten ihm nicht.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 25. November 2019 (18:38)

Zahlreicher Gewalttaten an einer Waldviertlerin aus dem Raum Heidenreichstein angeklagt, unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung, agierte ein 47-Jähriger aus dem Bezirk Waidhofen wie ein Schauspieler aus einem amerikanischen Gerichtsfilm: Trotz eines kompetenten Verteidigers, nahm er am Landesgericht Krems das Fragerecht in Anspruch und nahm Opfer und Belastungszeugen ins „Kreuzverhör“ und versuchte, deren Glaubwürdigkeit zu erschüttern.

Wild gestikulierend, mit seufzenden Unmutskommentaren oder Kopf schüttelnd versuchte er, den Schöffensenat von seiner Unschuld zu überzeugen. „Es gibt keine stichhaltigen Beweise“, tönte er. Er habe die damalige Freundin (44) aus dem Bezirk Gmünd weder mit dem Tode bedroht, geschlagen, verletzt, noch versucht, sie zu vergewaltigen, erklärte er. Er wollte auch kein Geld aus den Kindersparboxen gestohlen und ihr auch keine 15.000 Euro für ein gemeinsames Reihenhaus entlockt haben. Er räumte lediglich verbale Auseinandersetzungen wegen der „Lügerei“ der ehemaligen Freundin ein.

Die Waldviertlerin sei eine „notorische Lügnerin“, und deshalb habe er auch die Beziehung beendet. Deshalb habe sie ihn aus Rache angezeigt: „Alles Lügen, alles erfunden“, beteuerte er und ließ an der Ex kein gutes Haar.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren befand der Schöffensenat den Waldviertler der versuchten Vergewaltigung, Diebstahls, Drohung mit dem Tode, Freiheitsentziehung und fortgesetzter Gewaltausübung für schuldig und verhängte über ihn eine fünfjährige Gefängnisstrafe. Nicht rechtskräftig.