Enormer Schaden: Orkan vernichtete 20 Hektar Wald. Das Unwetter vom 25. Juli hat in Großotten und in Sitzmanns (Bezirk Zwettl) massive Auswirkungen gehabt. „Ein orkanartiger Wirbelsturm hat in unseren Wäldern verheerende Schäden verursacht. Eine Fläche von rund 20 Hektar wurde quasi dem Erdboden gleich gemacht“, berichtet Franz Schäfer, einer der vielen Betroffenen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 28. Juli 2021 (19:37)

„Wir haben erst jetzt einen ungefähren Überblick über das betroffene Gebiet. In viele Teile des Waldes können wir aber noch gar nicht hin", sagt Schäfer gegenüber der NÖN. Die Waldbesitzer werden sich am 31. Juli vor Ort treffen, um die Vorgangsweise für das Aufräumen zu besprechen und gemeinsam ein Havester-Unternehmen zu beauftragen.

„Die Waldbesitzer stehen unter enormen Druck, das Schadholz gehört so schnell wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht. Nur so können wir einer Borkenkäferzucht entgegenwirken“, erklärt Bürgermeister Martin Bruckner, der bereits beim Land den Schadensstatus beantragt hat, damit die betroffenen Waldbesitzer Unterstützung seitens des Katastrophenfonds erhalten können. Trotzdem müssen sie mit einem großen finanziellen Verlust rechnen – bei so viel Schadholz wird der Holzpreis vermutlich extrem sinken.

„Der Wirbelsturm war ein punktuelles Ereignis, das sich genau an der Bezirksgrenze zu Zwettl ereignet hat. Im Bezirk Gmünd ist Großotten, im Bezirk Zwettl ist Sitzmanns betroffen. Zum Glück zog dieser Sturm nicht über eine Ortschaft hinweg. Da wäre kein einziges Dach auf den Häusern geblieben“, zeigt sich der Bürgermeister einerseits über die große Schadensfläche geschockt, andererseits auch froh, dass keine Personen verletzt worden sind. Die Kraft des Sturmes sei enorm gewesen – sogar Eichen mit einem Stammdurchmesser von knapp 1,5 Metern wurden entwurzelt.

Wie viele Waldbesitzer betroffen sind und wie hoch die Schäden sind, kann erst eruiert werden, wenn die Schadenskommission tätig geworden ist. Und diese kann erst arbeiten, wenn in den Wäldern aufgeräumt ist.

„Gutachter Josef Weichselbaum von der Bauernkammer wurde bereits informiert. Es kann anhand des Restholzes und mit Drohnenbildern das Schadensausmaß genau festgestellt werden“, erklärt Bruckner, der beim Treffen der Waldbesitzer am Samstag vor Ort sein wird, um sich selber ein Bild von diesem Unwetterschaden machen will. „Den Waldbesitzern rate ich, professionelle Hilfe beim Aufräumen in Anspruch zu nehmen. Nach einem derartigen Ereignis in einem Wald selbst Hand anzulegen ist äußerst gefährlich.“ Außerdem hätten die Landwirte derzeit mit der Ernte genug zu tun und daher auch kaum Zeit, im Wald aufzuräumen, was im Hinblick auf den Borkenkäfer aber so rasch wie nur möglich passieren sollte.

Der Sturm Kyrill habe im Jänner 2007 auf vielen kleinen Flächen enorme Schäden in den Wäldern angerichtet, an eine derart große betroffene Schadensfläche kann sich der Bürgermeister aber nicht erinnern. „Wir müssen aber mit derartigen Ereignissen immer wieder rechnen und damit umgehen lernen.“