Petition für neues Einkaufszentrum. Eigentümer macht Stimmung für eigenes Grundstück in České Velenice. 600 Unterstützungs-Unterschriften.

Von Alexandra Popel. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:27)
Noch Zukunftsmusik: Wird hier ein neuer „Einkaufspark“ für České Velenice entstehen?
Alexandra Popel

Stehen hierzulande aktuell die beiden Supermärkte Billa und Merkur im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit (siehe Seiten 10/11), so wird auf der tschechischen Seite der Grenze nach einem gänzlich neuen Einkaufszentrum verlangt: Mit einer Petition kämpfen Befürworter für den Bau eines Komplexes inklusive des Marktes einer Lebensmittelkette am Rand des Access-Industrial-Parks in České Velenice, wie das Online-Portal www.idnes.cz berichtet. Das könnte eines Tages auch den österreichischen Einkaufstourismus beeinflussen.

Kleine Stadt mit großem Potenzial

Die Petition hat unter dem Titel „Wir wünschen uns einen Einkaufspark in České Velenice“ laut Idnes über 600 Unterschriften. Dahinter stehe ein Geschäftsmann, der sein Grundstück anbietet. Interesse am Betrieb eines Einkaufszentrums habe auch die KPDG-Gruppe, die solche Zentren baut: „Velenice ist eine kleine Stadt, in der es nützlich wäre, etwas Neues zu bauen. Ich glaube, dass die Einkaufszone ihr Einzugsgebiet finden würde. Wir sehen hier definitiv Potenzial“, sagt deren Vertreter Jindřich Kukačka zu Idnes: „Andererseits befürchten Einkaufsketten, dass sie nicht so eine Preispolitik festlegen können, mit der auch Kunden aus Gmünd angesprochen werden. Derzeit verhandeln wir mit ihnen und sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit.“

Einschränkungen beim Einkaufen durch Grenzschließungen

„Wir wollen, dass sich die Dienstleistungen hier verbessern“, meint der Geschäftsmann und Initiator der Petition. Es sei notwendig, mindestens 3.000 Unterschriften zu bekommen. Bis Ende Jänner konnte man die Petition unterstützen. „Viele Einwohner haben kein Auto oder können aufgrund der aktuellen Situation die Grenze nicht überqueren“, erklärt Kremzow. Bei den nächsten Wahlen will er laut Bericht mit einer Bewegung „Initiative für eine prosperierende Stadt České Velenice“ kandidieren. Damit der Einkaufspark gebaut wird, müsse der Investor einige Partner für das Projekt in der 3.500-Einwohner-Stadt gewinnen. Gewinne er keine große Lebensmittelkette, sei an keinen Einkaufspark zu denken.

Das große Angebot fehlt

In Velenice gibt es kleinere Lebensmittelläden und HaiHang, aber keine Ketten wie Billa, Lidl, Penny oder Kaufland. Was das bedeutet, spüren die Einwohner wie berichtet in Lockdown-Phasen mit eingeschränktem Grenzverkehr: Viele müssen ins 18 km entfernte Suchdol nad Lužnicí oder nach Třeboň (36 km) zum Einkauf fahren. Unterstützung kommt von der Stadt: „Es ist nicht unsere Initiative, sondern ein privates Projekt. Wir führen also keine Verhandlungen. Aber wir kümmern uns um die Entwicklung von Dienstleistungen“, wird Bürgermeister Jaromír Slíva von Idnes zitiert.