Corona-Ranking: Ein letzter Platz, der Freude bereitet. Still und heimlich hat sich der Bezirk Gmünd zu einem Schlusslicht in Niederösterreich entwickelt – und zwar genau in der Wertung, in der das eine gute Nachricht ist: Mit fünf Covid-19-Kranken ist der Bezirk am Abend des 27. März jener mit den eindeutig wenigsten Infizierten im Land. Vorletzter ist Horn, Spitzenreiter der Bezirk Amstetten mit 134 Fällen per Freitagabend.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. März 2020 (21:45)
Symbolbild
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Besonders erfreulich ist für Bezirkshauptmann Stefan Grusch, dass mit etwa 35 auch die Zahl der „abgesondert“ lebenden Einwohner aus dem Gmünder Bezirk stark unterdurchschnittlich ist. 

Noch keine Ansteckung innerhalb des Bezirkes erfolgt

Der Grund dafür? „Schladming war eine Zelle. Alle fünf Infizierten hielten sich in Skiorten auf – teils als Urlauber, teils als Beschäftigte im Gastgewerbe – und kehrten bereits mit Symptomen zurück. Sie alle hatten da bereits Verdachtsmomente und sich quasi selbst zuhause isoliert.“ Dadurch sei auch die Zahl der Kontakte in der Heimat minimal gewesen – und bislang noch keine einzige direkt durch einen Kranken aus dem Bezirk erfolgte Ansteckung nachgewiesen. Die überwiegende Mehrheit der derzeit „Abgesonderten“ im Gmünder Bezirk verharrt in der Quarantäne daher auch nicht in Zusammenhang mit jemandem aus dem aktuellen „Gmünder Quintett“, sondern infolge von Kontakten mit Infizierten aus den Nachbarbezirken Waidhofen bzw. Zwettl.

Kontakte lückenlos nachvollziehen!

Der auch für den Bezirk Waidhofen zuständige Amtsarzt Norbert Wittmann und der in Gmünd als „Epidemiearzt“ hinzugezogene Praktiker Georg Vitovec (seine Ordination liegt nahezu vis-à-vis der Bezirkshauptmannschaft) halten laut Grusch intensive Besprechungen mit allen positiv Getesteten bezüglich vorheriger Kontakte und sprechen auch mit Personen mit Verdacht auf eine Infektion. „Diesem ‚Contact Tracing‘ kommt maßgebliche Bedeutung zu“, betont Bezirkshauptmann Grusch: „Wenn wir lückenlos über Kontakte von Infizierten in den Tagen vor Auftreten der ersten Symptome erfahren, dann können wir eine Ausbreitung im Bezirk am ehesten verhindern!“

Niemand mit schwerem Krankheits-Verlauf

Bislang gilt noch keiner der fünf Infizierten als genesen, gleichzeitig wird auch bei keinem davon ein schwerer Krankheitsverlauf wahrgenommen. In zwei Fällen verlief die Krankheit bisher laut Grusch mit nur leichten Symptomen.

Erfolgreiche Kontaktminimierung: Bisher erst drei Anzeigen

Seitens der Bevölkerung werde jedenfalls intensiv daran mitgearbeitet, dass der Gmünder Bezirk in dieser einen Statistik Letzter bleibt, lobt das Bezirksoberhaupt: Die Disziplin hinsichtlich der Kontaktbeschränkungen sei „sehr hoch“, bis dato sei es trotz intensiver Überwachung der Einhaltung durch die Polizei erst zu drei polizeilichen Anzeigen gekommen.