Heidenreichstein: Coronakranker wurde beschimpft. Der erste bestätigte Coronafall in Heidenreichstein ließ am Samstag die Wogen hochgehen – besonders im negativen Sinn.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. April 2020 (05:42)
DigitalMammoth/shutterstock.com

„Die Reaktionen gingen bis zu Mobbing. Die Leute sind brutal“, ärgerte sich Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (SPÖ). Der Name der infizierten Person wurde nicht veröffentlicht, die Runde machte er in der Burgstadt dennoch schnell. „Wir sind keine Großstadt, wo so etwas geheim bleiben würde. Es redet sich herum, die Namen kommen raus.“ Und damit war dem Facebook-Mob Tür und Tor geöffnet…

„Dass diese Menschen so verunglimpft werden, wie das auf Facebook der Fall war, ist einfach nicht in Ordnung“, betont Kirchmaier. „Die Familie hat sich vorbildlich verhalten, ist sofort vom Skiurlaub heimgefahren, als herauskam, dass es dort Coronafälle gibt. Und die waren auch nicht zum Feiern im Skiurlaub. Nach der Heimreise haben sie sich sofort selbst in Quarantäne gestellt, alles gemeldet, hatten mit keinem Außenstehenden Kontakt.“ Positiver Nachsatz: „Das eine infizierte Familienmitglied hat keine schwere Ausprägung und ist schon auf dem Weg der Besserung.“ 

Umfrage beendet

  • Haltet ihr eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen für notwendig?