Corona im Pflegeheim Schrems: „Spitzenleistung aller“. Mit dem selbst betroffenen Leiter Johann Deinhofer sprach Karin Pollak.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. November 2020 (04:44)
Johann Deinhofer, Leiter der PBZ Schrems und Litschau, ist an Covid-19 erkrankt. Foto: Archiv
NOEN

NÖN: Im Landespflege- und Betreuungszentrum Schrems gibt es seit einiger Zeit steigende Zahlen von Corona-Infizierten. Jetzt sind sie selbst ein Betroffener. Wie geht es Ihnen?

Johann Deinhofer: Am Beginn hatte ich teils hohes Fieber und einen trockenen Husten. Dies dauerte jedoch nur wenige Tage. Mittlerweile geht es mir schon sehr gut. Ich bin zuhause und arbeite im Homeoffice. Am Beginn der ersten Symptome habe ich eigentlich an eine Verkühlung oder Grippe gedacht. Auch der durchgeführte Schnelltest war negativ. Doch der PCR-Test, der darauf folgte, war positiv.

Wieviele Infizierte gibt es derzeit im Schremser Heim?

Wir haben am 15. November bei den Bewohnern eine PCR-Testung durchgeführt und bereits am darauffolgenden Vormittag das Ergebnis bekommen. Mit Stand 16. November haben wir insgesamt 16 positive Fälle von Bewohnern. Diese werden auch im Haus betreut. Vier Bewohner befinden sich in einem Klinikum, wobei zwei von ihnen demnächst in unser Haus zurückkommen.

Wie schaut es mit Besuchen von Bewohnern aus?

Auf Anraten der Gesundheitsbehörde bleibt das Pflege- und Betreuungszentrum Schrems bis 22. November für Besucher gesperrt. Dies gilt jedoch nicht für Besuche von Bewohnern im palliativen Setting.

Welche Maßnahmen sind aufgrund der vielen Fälle gesetzt worden?

Es wurden bei den betroffenen Bewohnern die behördlich vorgeschriebene Absonderung vorgenommen. Zusätzlich werden die dafür erforderlichen hygienischen Maßnahmen strikt eingehalten. Das heißt, dass das gesamte Personal mit persönlicher Schutzausrüstung (FFP2 Maske, Haube, Schutzmantel, doppelte Handschuhe, Schutzbrille) ihre Tätigkeiten durchführt. Es gilt auch, dass während eines gesamtes Dienstes das Personal im Wohnbereich bleibt.

Gibt es aufgrund der vielen Ausfälle bei den Mitarbeitern einen personellen Engpass?

Natürlich gibt es auch unter dem Pflegepersonal Corona-bedingte Ausfälle, dennoch sind die Abläufe im Haus gewährleistet und die Bewohner werden natürlich gut gepflegt und betreut. Sehr erfreulich ist zu erwähnen, dass eine pensionierte Kollegin spontan ihre Bereitschaft zur Mithilfe angeboten hat und bereits schon ihren ersten Dienst absolviert hat. Abschließend möchte ich ausführen, dass ich extrem stolz auf das Engagement meiner Kollegen, gerade in dieser schwierigen Phase, bin. Sie sind wirklich die wahren Helden in diesen Wochen. Sie kümmern sich sehr liebevoll um jeden einzelnen Bewohner. Ein großes Danke an alle!