Der Tod des Papageis. Die Komödie „Die Affäre in der Rue de Lourcine“ erfreute das Publikum mit Witz, Musik, Effekten und tollen Schauspielern.

Von Sonja Eder. Erstellt am 02. Juli 2014 (06:01)
Die Meldung in der vermeintlich aktuellen Morgenzeitung über die Ermordung eines Kohlenmädchens führt im
Hause Leglumé zu einem Reigen an Verbrechen. Auch der Papagei muss dran glauben.
NOEN, Sonja Eder

PÜRBACH / Ein nebeliger Furz erhebt sich geräuschvoll aus der Hose des Hausherrn Lenglumé. Von der „Nacht davor“, einer Klassenfeier, hat er keine Ahnung mehr, ebenso wenig davon, wie der fremde Herr in sein Bett gelangt ist. Als Butler Justin (Klaus Haberl) zum Frühstück Madame Lenglumé (Karola Niederhuber) die alte Zeitung vom Boden des Papageienkäfigs reicht – die aktuelle liest ja schließlich gerade das Stubenmädchen – beginnt die Katastrophe! Ein Kohlenmädchen sei in der vergangenen Nacht ermordet worden, liest sie laut vor, und Lenglumé (Reinhold Moritz) und der „Fremde“, der sich als sein ehemaliger Klassenkollege Mistingue (Oliver Lendl) herausstellt, sind – trotz Gedächtnislücke – sicher: „Diesen Mord haben wir begangen ...“

Der Verwirrungskrimi par excellence in einer wunderschönen Kulisse, stimmungsvoll ausgeleuchtet und hervorragend besetzt im Waldviertler Hoftheater am 25. Juni beginnt vor dem roten Vorhang. Der Bedienstete Justin eröffnet mit einem groovigen Song aus der Feder von Theaterdirektor Harald Gugenberger, der seine Songs zu diesem Stück beisteuerte. „Alkohol“, „Fad“, „Amok“ und „Es sei wie’s sei“, das ein besserer Schluss des Stückes nicht sein hätte können, passen ungemein gut! Die Idee, Gugenberger‘s Songs in die Komödie „Die Affäre in der Rue de Lourcine“ nach E. Labiche einzuflechten, stammte von Vicky Schubert. Für das Stück musste sie die Texte nur gering verändern, so perfekt passen sie in die Handlung. Die Musik wird ins Stück eingespielt, die Schauspieler singen live – und begeisterten bei der Premiere das Publikum! Wer Gugenbergers Konzerte kennt und schätzt läuft Gefahr, die Darbietung der Schauspieler mit dem Original zu vergleichen. Das Stück selber wurde von Regisseurin Vicky Schubert um witzige Details und einige Todesfälle mehr erweitert. Aber mehr wird jetzt nicht mehr verraten, außer: Auch der Papagei musste dran glauben!

Nicht auf den ersten Blick zu erkennen war Schauspieler George Kern in seiner witzigen Rolle als Vetter Potard. Brennendes Haar, strömendes Blut und andere witzige Effekte stammen von Anna Schober. Diese schräge Musik-Krimi-Komödie ist ein Tipp für alle, die gerne lachen!