Der Verlust der Heimat. Waldviertel Akademie beschäftigt sich im Jubiläumsjahr gemeinsam mit Experten wie Erhard Busek oder Bernd Marin mit dem Thema "Lebenswerte (der) Heimat".

Erstellt am 03. Juni 2014 (10:17)
NOEN, APA/GEORG HOCHMUTH
Einer der Gäste der 30. Sommergespräche: Kabarettist Robert Palfrader

BEZIRK GMÜND / Ein Jubiläum begeht die Waldviertel Akademie mit ihren Internationalen Sommergesprächen, die im August zum 30. Mal über die Bühne gehen. Das Jubiläumsjahr widmet sich ganz Europa und dem Waldviertel, die Akademie kann dabei eine Reihe hochkarätiger Experten wie Barbara  Coudenhove-Kalergi, Bernd Marin, Erhard Busek, Peter Kampits, Stephan Schulmeister oder Robert Palfrader präsentieren.

Die Sommergespräche stehen unter dem Motto „Lebenswerte (der) Heimat – Zuhause im globalen Dorf Europa“. Es soll um Globalisierung, internationale Verflechtungen und Widerstand, der sich dagegen regt, gehen.

Bereits seit 1984 stellt die Waldviertel Akademie grundsätzliche Fragen des Menschen und der Gesellschaft mit Experten aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, Wirtschaft oder Medien zur Diskussion.

Akademie-Vorsitzender Ernst Wurz: „30 Jahre Erfahrung über Berufs- und Altersgrenzen sowie fachliche und ideologische Bereiche hinweg prägen die Diskussionen bei den Sommergesprächen. Als Teil der Zivilgesellschaft gelingt uns immer wieder der Dialog anerkannter Experten mit der Bevölkerung.“

Höhepunkte, Tabus und zweimal großer Wirbel

Dabei schafft es die Waldviertel Akademie immer wieder, mit Diskussionen und Vorträgen heikle Themen zu enttabuisieren. Im Vorjahr wurde „der Tod“ unter dem Titel „Das endliche Leben“ thematisiert. Weitere Höhepunkte waren 2006 „Werte – aber welche?“ (Zusammenarbeit mit einer Klasse der HAK Gmünd für eine regionale Jugend-Werte-Studie) oder 2005 „Bildung – zwischen Luxus und Notwendigkeit“.

Als Enttäuschung nennt Ernst Wurz das Jahr 1987, als „Der Ernst des Spiels“ mit einem Demonstrationszug am Stadtplatz zum heftig diskutierten Thema wurde – und die Abwanderung der Sommergespräche von Weitra für 15 Jahre nach Raabs zur Folge hatte. 2003 ging es retour, sechs Jahre später kam es noch einmal zum Eklat: als ein Referent, der den Dialog über ideologische Grenzen hinweg betont hatte, eine Podiumsdiskussion unter Protest verlassen hat.

Heuer soll der 15.000 Teilnehmer begrüßt werden, 200 Pädagogen haben die Akademie bereits zur Weiterbildung genutzt.