Crystal-Meth-Labor: St. Pöltner und Amstettner in Haft. Ein Drogenlabor, in dem Crystal Meth hergestellt wurde, ist in Hirschenwies im Gemeindegebiet von Moorbad Harbach (Bezirk Gmünd) ausgehoben worden.

Von Redaktion APA und LPD NÖ. Erstellt am 16. Oktober 2014 (15:23)
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Drogenschrank: So sah es im ausgehobenen Crystal-Meth-Labor in Moorbad Harbach (Bezirk Gmünd) aus.
Letztere Info teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Freitag mit. Das Labor sei aufgeflogen, nachdem chemische Rückstände in der verstopften Abwasserentsorgung entdeckt worden waren, so Baumschlager: "Es laufen noch Ermittlungen."

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Bereits früher mit Gesetz in Konflikt geraten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Krems wurden zwei Männer festgenommen. Die beiden "Hobby-Chemiker" kommen aus St. Pölten und Amstetten, Ersterer war auch Mieter des Hauses.

Hauptabsatzmärkte für ihre illegalen Erzeugnisse waren laut Ermittlern auch die Großräume Amstetten und St. Pölten sowie Tschechien. Und: Beide waren bereits in der Vergangenheit mit dem Suchtmittelgesetz in Konflikt geraten.

Details dazu, wie viel Crystal Meth im Labor hergestellt wurde, sind noch nicht genannt worden. Es soll sich aber laut Angaben der Polizei vom Donnerstag um eine "nicht unbeträchtliche Menge" handeln.

Im Ort bislang nie in Erscheinung getreten

Die beiden Männer sollen die Droge im Eigentums-Wohnhaus eines Mannes aus Pyhra (St. Pölten-Land) in einem Waldstück nahe des 85-Einwohner-Ortes Hirschenwies erzeugt haben.

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Die Beteiligten sollen in der Kur- und Tourismusgemeinde, wie Bürgermeisterin Margit Göll (ÖVP) gegenüber der NÖN erklärt, bis dato völlig unbekannt gewesen und auch nie in Erscheinung getreten sein.

Crystal Meth (Symbolfoto links) ist eine synthetische Droge, die zumeist im Labor produziert wird. Sie kann zu Herzversagen führen und Psychosen sowie Hirnschädigungen auslösen. 

42.000 Tabletten geschmuggelt, Duo teilgeständig

Das Drogen-Duo, ein 46-jähriger Frühpensionist und ein Arbeitsloser (52), dürfte nach bisherigem Ermittlungsstand in den vergangenen Jahren zumindest 42.000 Tabletten in Rumänien erworben und nach Österreich geschmuggelt haben.

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Damit seien die Beschuldigten an die Drogenausgangsstoffe für die Produktion von Crystal Meth herangekommen.

Laut Landespolizeidirektion NÖ sind die beiden sowie die Lebensgefährtin des 46-Jährigen teilgeständig.

Alle drei Verdächtigen wurden angezeigt, die beiden Männer befinden sich in der Justizanstalt Krems in Untersuchungshaft.

Nach Verunreinigungen in Weitraer Kläranlage aufgeflogen

Aufgeflogen war das Drogenlabor, nachdem es in der Kläranlage der Gemeinde Weitra seit längerer Zeit zu Verunreinigungen des Abwassers durch Chemikalien gekommen war.

Im Zuge einer Hausdurchsuchung in Moorbad-Harbach stießen dann Beamte Anfang September auf rund 300 Gramm Methamphetamin, große Mengen an giftigen Chemikalien, Arbeitsmaschinen und eine umfangreiche Laboreinrichtung zur Herstellung des chemischen Stoffes.

Zudem wurden vier nicht registrierte Gewehre, verbotene Munition und verbotene pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Ebenfalls entdeckt wurde eine große Anzahl leerer Kanister eines Lösungsmittels zur Produktion der Droge sowie 15.000 Stück Tabletten, mit denen etwa 1.050 Gramm Crystal Meth erzeugt hätten werden können.

Das Gesundheits- und Rehabilitationszentrum Moorheilbad Harbach betont in einer Aussendung, dass es mit dem ausgehobenen Crystal-Meth-Labor „in keinster Weise zu tun hat – weder mit den Personen noch von der Örtlichkeit her.“