Prestige-Projekt: Abschluss-Feier mit David Guetta. Eggerner lieferten kleines, aber wichtiges Detail für Kreuzer „AIDAnova“, der nach Mega-Event zu See gelassen wurde.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. Oktober 2018 (04:47)
AIDA Cruises/CHLietzmann

Es war ein Event der Superlative mit Laser- & Pyroshow und Live-Auftritt von DJ-Weltstar David Guetta: Im deutschen Papenburg wurde vor 25.000 Besuchern die monatelange Aufbauarbeit für die „AIDAnova“ als erstes emissionsarmes Flüssiggas-Kreuzfahrtschiff der Welt spektakulär abgeschlossen.

Damit endete auch ein spannendes Projekt für Christoph Arnhof. Der Eggerner hat mit seiner Arnhof GmbH ein System zur Lanzenwäsche auf den 20 Decks des 70m hohen und 337m langen Luxuskreuzers mit Platz für 6.600 Passagiere in 2.500 Kabinen sowie etwa 2.000 Crewmitglieder entwickelt (die NÖN berichtete).

„Es erfüllt uns mit Stolz, als vergleichbar kleine Waldviertler Firma mit fünf jungen Beschäftigten bei einem solchen Großprojekt mitgemacht haben zu dürfen“, sagt Arnhof. 1,5 Tonnen wiegt die Anlage für ein Pumpensprühsystem zum Reinigen aller Außenbereiche – darunter die riesige Glasfront.

Über Fischzucht in den Sprüh- & Pumpenmarkt

Damit ist sie tatsächlich ein kleiner Fisch im Maschinendeck des weltweit drittgrößten Kreuzers mit Mega-Wellnessbereich, 17 Restaurants oder 23 Bars, das in der Meyer-Werft für fast eine Milliarde Dollar errichtet wurde und Ende September zur ersten „See-Erprobung“ in Richtung Niederlande aufbrach.

Aber: Die Waldviertler mit Vorjahresumsatz von zwei Millionen Euro hatten sich für den Job nicht einmal bewerben müssen, waren durch Mundpropaganda ins Projekt des US-Auftraggebers „Carnival Corporation & plc“ gerutscht. Gesucht war ein Pumpensystem, das sich laufend nachreguliert und alle Decks flexibel mit jenem Wasserdruck versorgen kann, der gerade benötigt wird – unabhängig von der Zahl der gerade betriebenen Lanzen oder von schadhaften Düsen.

privat
Christoph Arnhof vor der Pumpensprüh-Anlage im Bauch der AIDAnova.

„Wir erhielten die Rückmeldung, dass bisher noch keine Anlage einen derartigen Druck selbst auf den obersten Decks liefern konnte“, freut sich Geschäftsführer Arnhof. Der Erfolg habe den Betrieb am Eggerner Marktplatz zum Standard-Lieferanten des Auftraggebers gemacht. Arnhof arbeitet nun auch an Löschsystemen, Wasseraufbereitung oder Waschwagen für die Fensterfronten. Drei weitere Pumpensprühsysteme wurden bereits für Kreuzer an die Meyer-Werft ausgeliefert, die nächsten drei Anlagen sind in Bestellung. „Wir können dank der Kleinstrukturiertheit unkompliziert auf Anforderungen reagieren“, nennt der Geschäftsführer einen Vorteil gegenüber großen Anbietern am Markt.

„Es erfüllt uns mit Stolz, als kleine Waldviertler Firma mit fünf Beschäftigten bei einem solchen Großprojekt mitgemacht haben zu dürfen.“ Christoph Arnhof

Christoph Arnhof hatte einst über den Kampf gegen Parasiten in der Fischzucht zu „effektiven Mikroorganismen“ gefunden und war zum Verteilen dieser Bakterien in die Welt der Pumpen- und Sprühsysteme eingetaucht. Darin hatte er sich rasch zu „adiabatischen“ Kühlsystemen durch Wasserverdunstung vorgetastet – in einen Markt, der sich dank Klimawandel rasant entwickelt. Serverstationen, Öl-Raffinerien oder Atomkraftwerke werden heute von Arnhof gekühlt, Weltkonzerne wie Sony oder Siemens stehen auf seiner Kundenliste.

Das Know-how in Sachen Sprühen hat ihn zugleich in den Markt der Traumreisen gespült – und ihm zuletzt einen laufenden Prototypen-Bauauftrag für die Reinigungsanlage eines großen deutschen Fruchtsaft-Herstellers eingebracht.

Türklinkenputzen kann sich Arnhof aufgrund der ohnehin vorhandenen Nachfrage sparen – genauso wie der Posten eines eigenen Vertriebsmitarbeiters überflüssig geworden ist.