Zimmermann trat ab, Schraml soll folgen. Eggerns Bürgermeister reichte den Amtsverzicht ein. Neues Führungsduo soll Karl Schraml/Renate Biedermann heißen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. Oktober 2018 (06:00)
eggern.gv.at
Links: Herbert Zimmermann hat sein Amt niedergelegt. Mitte: Vizebürgermeister Karl Schraml ist designierter neuer Gemeindechef. Rechts: Renate Biedermann stellt sich der Wahl zur Vizebürgermeisterin.

Wochenlang war spekuliert worden, seit 10. Oktober ist es amtlich: Eggerns Bürgermeister Herbert Zimmermann (ÖVP) erklärte nach mehr als 13 Jahren an der Spitze der 700-Seelen-Gemeinde seinen Rücktritt. Der bisherige Vizebürgermeister Karl Schraml (ÖVP) hat das Amt interimistisch übernommen und will sich am 22. Oktober im Gemeinderat der Wahl zum Bürgermeister stellen.

„Ich will die Gemeinde in kleinen Schritten weiter entwickeln und für die Bevölkerung lebenswert erhalten“, sagt der 58-jährige selbstständige Maler und Bodenleger, der seit 24 Jahren im Gemeinderat ist und 2005 Vizebürgermeister wurde. Große Sprünge seien für eine Gemeinde dieser Größe kaum möglich, ist sich Schraml der Herausforderung bewusst: „Mit unseren Mitteln ist der außerordentliche Haushalt kaum auszugleichen, wir brauchen für alle größeren Vorhaben die Unterstützung durch das Land.“ Kommunalsteuern als wesentliche Einnahmenquelle anderer Gemeinden gibt es in Eggern nur in geringem Ausmaß – WHB beschäftigt als größter Betrieb ein gutes Dutzend, die Arnhof GmbH fünf Mitarbeiter.

"Ich will den Bürgermeister so gut es geht unterstützen"

Als Vizebürgermeisterin anstelle von Karl Schraml soll dem Gemeinderat am 22. Oktober Renate Biedermann vorgeschlagen werden. Die Amtssekretärin ist für die ÖVP seit zwei Perioden im Gemeinderat. „Ich will den Bürgermeister so gut es geht unterstützen und im Sinne unserer Bürger auch mit den anderen Fraktionen gut zusammenarbeiten“, sagt die 51-Jährige. Da Zimmermann auch sein Mandat als Gemeinderat zurücklegte, soll – aufgrund des Fristenlaufes erst zu einem späteren Zeitpunkt – der Landwirt Bernhard Strohmeier (39) aus Eggern als neuer Gemeinderat angelobt werden.

Innerhalb der ÖVP-Fraktion legte man sich einstimmig auf die drei Positionen fest, was angesichts der Vorgeschichte nicht selbstverständlich ist: Herbert Zimmermann war im Februar 2015 nur noch um Haaresbreite zum Bürgermeister gewählt worden – in Abwesenheit einer Mandatarin hatte er bloß sieben von 14 möglichen Stimmen im Gemeinderat bekommen, obwohl die ÖVP zwölf Mandatare stellt.

Zimmermann denkt an Rücktritt vom Rücktritt

Zimmermann begründet auf NÖN-Nachfrage vom Krankenbett aus seinen Rückzug aus der Politik nach 36 Jahren im Gemeinderat mit anhaltenden gesundheitlichen Problemen: Er befinde sich wegen Herzproblemen seit mehreren Wochen im Klinikum Gmünd, bereite sich auf eine Operation vor. „Die Gesundheit steht jetzt einmal im Zentrum“, sagt er. Das Bürgermeisteramt habe er gerne ausgeübt, „ich konnte mitgestalten. Aber irgendwann ist Schluss, muss sich ein Neuer einarbeiten können. Für mich war es von Haus aus fix, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten.“

Unentschlossen gibt er sich allerdings hinsichtlich des Zeitpunktes seines Rückzuges. „Wer weiß, bleibt‘s dabei“, stellt der 59-Jährige einen Rücktritt vom Rücktritt in den Raum. Nach Paragraf 111 der Gemeindeordnung gilt der Amtsverzicht bereits am Tag, nachdem er eingereicht wurde. Er ist also nicht mehr rückgängig zu machen.

Bedenkzeit hat er lediglich für das Mandat im Gemeinderat. Und Amtsleiter bleibt er sowieso, was der Angelegenheit noch Würze verleihen könnte…