„Einsame steinerne Hochzeit“ für Alt-Nagelberger Paar. Zur Steinernen Hochzeit von Frieda und Kurt Köpf mussten Gratulationen und die Feier mit der Familie ausfallen. Ein Rückblick auf 67,5 Ehejahre – und mehrere Rezepte.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 28. November 2020 (06:21)
„Miteinander ist wichtig“: Kurt und Frieda Köpf haben am 23. November ihre Steinerne Hochzeit gefeiert.
Anna Hohenbichler, privat

Gemessen an der Jahreszahl ist das Jubiläum unrund, etwas Besonderes ist es dennoch: Frieda (87) und Kurt Köpf (94) aus Alt-Nagelberg sind seit 67,5 Jahren verheiratet und begingen damit am 23. November die „Steinerne Hochzeit“. Das Gespräch über diese langen Jahre – eine Zeitreise.

Ehe anfangs nur standesamtlich

Als die beiden im Mai 1953 – in diesem Jahr wurde Elizabeth II zur Königin gekrönt, Josef Stalin verstarb im Kreml – geheiratet haben, hatte Alt-Nagelberg noch gar keine eigene Kirche. Die Verehelichung fand vorerst „nur“ standesamtlich in Wien statt.

„Miteinander ist wichtig“: Kurt und Frieda Köpf haben am 23. November ihre Steinerne Hochzeit gefeiert.
Anna Hohenbichler, privat

Erst 1978 – im Jahr, als Papst Johannes Paul II sein Amt antrat – heirateten sie nach 25 Ehejahren in kleinem Kreis in der Alt-Nagelberger Kirche. „Sonst hätten wir ja die Kapelle und den Chor auch dabei gehabt“, schmunzeln die beiden.

Denn was die Zwei bis heute verbindet, ist auch die Musik: Gemeinsam haben sie im Kirchenchor gesungen, Kurt hat als Klarinettist bei der Werkskapelle Stölzle sogar einmal mit dem früheren Landeshauptmann Andreas Maurer gespielt. Zur Kapelle hatte er eine besondere Verbindung, wurde sie doch von seinem Vater gegründet.

Ehe überdauerte den Ort des Kennenlernens

Ihre Goldene Hochzeit feierten Frieda und Kurt Köpf im Jahr 2003 – zu einem Zeitpunkt, als mit SARS die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts auftrat, und als der Ort des Kennenlernens schon passé war: die Glasfabrik der Firma Stölzle. Als Arbeit- und Wohnungsgeber hat „die Fabrik“ viele geprägt – auch Frieda und Kurt Köpf. Noch heute erzählt er von der harten Arbeit, gefehlt habe es ihnen trotzdem an nichts.

2013 stand die Diamantene Hochzeit an. Wie 35 Jahre zuvor, kam mit Franziskus wieder ein neuer Papst ins Amt. Die Köpfs haben da schon auf 60 Ehejahre zurück geblickt. Ihr Rezept? „Das Gemeinsame und das Miteinander ist wichtig. Wir haben immer viel gearbeitet, sind dann aber auch zusammen in den Urlaub gefahren.“ Jetzt im Alter komme freilich die Unterstützung und Hilfe ihres Gatten dazu, sagt Frieda. Gleichzeitig bedeute das für sie eine wichtige Aufgabe.

Zur „Steinernen“ gab es nur Gratulation per Brief

Zur Eisernen Hochzeit konnten sie schon auf eine Familie mit zwei Töchtern, drei Enkelkindern und zwei Urenkeln blicken. Anlässlich ihres 67,5-jährigen Ehejubiläums wären wieder persönliche Gratulationen von Vertretern der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft angestanden und eine Feier mit der Familie.

Doch im Jahr der Steinernen beschäftigt die Covid-Pandemie global, Gratulationen und Feiern fallen aus. „Es ist eine einsame Hochzeit. Dafür hat uns der Bezirkshauptmann einen Brief geschickt und uns gratuliert“, erzählt Frieda Köpf.

Ein weiteres Rezept für die lange Ehe wird nach dem Gespräch über all die Jahre klar: Bestimmt ist es auch der Humor, der Frieda und Kurt Köpf seit über 67 Jahren verbindet.