Zank um Holz-Lkw: Sägewerke nehmen nachts nicht mehr an. Die im Raum gestandene, freiwillige Lösung zur Eindämmung der Belastung durch nächtliche Holz-Lkw im Waldviertel ist fix: Holz-Transporteure und Sägeindustrie wollen ab Mitte Juli auf Nachtfahrten bzw. -annahmen verzichten. Verbindlich soll das durch die Steuerung der Übernahmezeiten für angeliefertes Holz werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 23. Juni 2021 (22:20)
Holzrunde Schleritzko Lkw
NLK/Burchhart, NLK/Burchhart

Die NÖN hatte bereits nach dem ersten Runden Tisch mit Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko in Gmünd über das Bemühen um den freiwilligen Annahmeverzicht der Industrie während der Nachtstunden berichtet – die Prüfung, ob generelle Lkw-Nachtfahrverbote rechtlich verordnet werden dürfen, läuft laut Aussendung noch. Bei der zweiten großen Runde in Waidhofen gelang nun im Beisein von Bezirkshauptleuten (Gmünd, Waidhofen, Zwettl), Bürgermeistern, Wirtschaftsvertretern und Verkehrsexperten des NÖ Straßendienstes die Einigung.

WKNÖ-Vize Moser kündigt Start mit Mitte Juli an

WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser berichtete dabei von einer „grundsätzlichen Bereitschaft“ von Holz-Transporteuren und den „wichtigsten Betrieben der Sägeindustrie“, „die Bevölkerung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr früh von den nächtlichen Holztransporten zu entlasten“. Seitens der großen Sägewerke werde mit in- und ausländischen Transportfirmen vereinbart, dass die Grenzübergänge zu Tschechien während dieser Zeit nicht mehr passiert werden. „Diese Vereinbarung soll bis Mitte Juli 2021 wirksam werden.“

Schleritzko pocht auf Verbindlichkeit

Die Vereinbarung müsse seitens der Beteiligten eine „möglichst hohe Verbindlichkeit haben“, mahnte Landesrat Schleritzko: „Nur dann kann sie eine echte Entlastung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sein.“ Schleritzko, selbst Waldviertler, dankte der Wirtschaftskammer NÖ und den Betrieben für die „intensiven Bemühungen“, und bot den Vertretern der von Lkw-Durchzug geplagten Gemeinden neuerlich Unterstützung bei baulichen Maßnahmen wie Fahrbahnteilern zur Eindämmung der Geschwindigkeiten in den Ortschaften an. Die Bezirkshauptleute wiederholten indes ihre Angebote, Gemeinden am Weg zu Tempo-30-Beschränkungen zu unterstützen, wenn diese es möchten.

Ziel: Mehr Holz auf Schiene, "wo das möglich ist"

Die zuletzt häufig geforderte, stärkere Verlagerung der Holztransporte auf die Schiene war genauso wieder ein Thema. Wo das möglich sei, dort sei es sinnvoll, sagte Schleritzko. Er berichtete von einer Zusage der politisch dafür verantwortlichen Verkehrsministerin Leonore Gewessler ihm gegenüber, weitere Gespräche mit den Verantwortlichen auf tschechischer Seite zu führen.