Unabhängiger Gmünder Access-Park als Vision. Hohes Interesse an Solarstrom-Plänen im Industriepark. Idee: Boden nicht nur für PV-Anlagen verbauen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 16. Oktober 2020 (05:15)
Beim Startevent für das Projekt „Energieautarker Access-Park“ (v.l.): Andreas Salvador Habsburg-Lothringen, Herbert Mandl (G11), Rudolf Stachl (NBG Holding), Peter Schrum, Cornelis Bumharter, James Macdonal, Juri von Wilcken (alle Sunfarming), Thadeus Salvador Habsburg-Lothringen, Tom Seidl (Unternehmensberater), Harald Buchhöcker (WWV Group), Andre Schönauer (NBG Fiber) und Karl Bauer (NBG Holding).
NBG Holding GmbH

Zwei Jahre, nachdem bei Glasfaser-Pionier NBG wie berichtet die Vision einer gebündelten Energie-Gewinnung bis hin zu energieautarken Modellen diskutiert worden war, fand nun tatsächlich ein „Kick-Off-Meeting“ für ein Projekt „Energieautarker Access-Park“ in Gmünd statt. Das große Ziel der Initiatoren: den Access-Industrial-Park als Vorreiter und Modellprojekt zu positionieren.

Energieautarkie „drängendes Thema“

„Die Energieautarkie ist ein ambitioniertes, aber in Zeiten des Klimawandels unglaublich wichtiges und drängendes Thema, dem sich gerade auch die Wirtschaft stellen sollte“, sind sich Karl Bauer, Chef der NBG-Holding, und Unternehmensberater Tom Seidl als Initiatoren des Projektes im Access-Industrial-Park einig.

Sie brachten eine stattliche Schar an interessierten Wirtschaftstreibenden, Energie- und Invest-Unternehmern zusammen, um gemeinsam mit Experten nachhaltige Ideen für eine weitgehend eigenständige Energieversorgung zu diskutieren und zu erarbeiten.

Den Sonnenreichtum nutzen

Gmünd gilt als überdurchschnittlich sonnenreiche Stadt, und freie Flächen sind im und um den Industriepark noch zur Genüge vorhanden.

Dabei geht es nicht nur um die Gewinnung von Solarenergie von bestehenden Dächern und Parkflächen. Angedacht wird vor allem auch eine „doppelte Bodennutzung“, bei der Böden nicht primär für PV-Anlagen verbaut werden: Die Pläne des G11-Unternehmensverbundes (vormals Bioma) zur Errichtung einer umfangreichen Indoor-Anlage zur Fischzucht und von weitläufigen Gemüse-Glashäusern, die auch die Effizienz des nahen Biomasse-Heizwerkes steigern würden, ließen sich etwa um die Vision von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern erweitern.

Dementsprechend interessierter Teilnehmer beim „Kick-Off“ war daher auch G11-Vorstand Herbert Mandl. Zugute könnte den Gmündern das „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz“ (EAG) kommen, das gerade in die Begutachtung ging und genau auf solche Doppelnutzungen abzielt; geplant ist eine Finanzierung der einzelnen Vorhaben durch private und öffentliche Mittel.

Stadt soll ins Boot geholt werden

Beim ersten Meeting waren neben den Unternehmensgruppen NBG und G11 auch Vertreter der SPL-Tele- und der Sunfarming-Gruppe, des Habsburg Lothringischen Gutes Gmünd, der Invest AG/Raiffeisen Oberösterreich, der Energie Steiermark und der WWV-Gruppe dabei. Vizebürgermeister Hubert Hauer musste seine angekündigte Teilnahme krankheitsbedingt kurzfristig absagen, angesichts der erwartbaren Wertschöpfung für die Stadt Gmünd ist aber geplant, auch die Politik ins Boot zu holen.

Diskutiert wurden zum Start unter anderem auch der Ausbau der E-Mobilität, diverse Digitalisierungs-Initiativen sowie die Erzeugung und Nutzung von „grünem“ Wasserstoff. Wie konkret Lösungen aussehen können, das präzisierten erfahrene österreichische und deutsche Anbieter aus Österreich anhand bereits realisierter Projekte. Die nächsten Schritte sollen die Gründung einer Interessentengruppe und die Aufbereitung einzelner Teilprojekte für eine Umsetzung darstellen.