Weitraer Schloss bleibt heuer zu. Ohne Einnahmen ist Museumsbetrieb nicht machbar. Manche fürchten ums Image von Weitra.

Von Karin Pollak. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:40)
In einem Jahr, in dem alles anders als gewohnt ist, wird das Schloss Weitra für Besucher – außer vorangemeldete Gruppen – nicht geöffnet. Bericht dazu auf den Seiten 20/21.
Gemeinde Weitra

Das Schloss Weitra wird heuer nicht mehr geöffnet. Darauf einigten sich nun die Verantwortlichen des Kulturvereines Weitra, der das Schloss gemietet hat – eine Entscheidung, die nicht von allen nachvollziehbar ist.

„Das Herzstück von Weitra ist heuer nicht zugänglich, das kleine Museum ‚Alte Textilfabrik‘ aber schon, das ist für Weitra kein gutes Image“, meinte ein Tourist. Diese Kritik müssen sich die Verantwortlichen des Kulturvereines gefallen lassen, obwohl sich diese die Entscheidung nicht leicht gemacht haben: „Aufgrund der Covid-19-Krise und dem Wegfall aller Veranstaltungen ist ein Betrieb finanziell einfach nicht tragbar“, erklärt Vizebürgermeisterin und Kulturvereins-Obfrau Petra Zimmermann-Moser. „Wir müssten die Kosten für mindestens drei Angestellte tragen, auch wenn wir nur an den Wochenenden aufsperren würden.“

Mit diesem Schreiben werden die Gäste informiert, dass heuer das Schloss Weitra nicht besichtigt werden kann. Ausnahmen sind Gruppen, die Führungen ein paar Tage vor ihrem Wunschtermin im Gästeservice anmelden.
Karin Pollak

Gruppenführungen werden jedoch angeboten. Diese müssen aber einige Tage vor dem Wunschtermin im Tourismusbüro (02856/5006-50) angemeldet werden, um zeitgerecht Schlossführer zu organisieren.

Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen

Jetzt rüstet man sich für das kommende Jahr, in dem „Weitra – 700 Jahre älteste Braustadt Österreichs“ gefeiert wird. „Das seit 1994 bestehende Brauereimuseum im Schloss wird schon neu gestaltet“, verrät Zimmermann-Moser. Insgesamt drei Sonderausstellungen sind im Schloss geplant, auch spezielle Führungen für Kinder und eine Rätsel-Rallye wird es geben.

Auch das Team des Festivals Schloss Weitra, bei dem heuer „Wiener Blut“ gespielt hätte werden sollen, blickt auf 2021: „Die Strauß-Melodien in Kombination mit Publikumslieblingen wie Caroline Vasicek oder Joesi Prokopetz wird es erst im nächsten Jahr geben. Auf den Premierenabend freue ich mich schon jetzt“, meint Schloss-Weitra-Festival-Intendant Peter Hofbauer. Laut Conny Stütz, Geschäftsführerin Schloss Weitra Festival, werden alle Vorstellungen auf denselben Zeitraum 2021 (2. Juli bis 1. August) verschoben. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Im Schloss sollen heuer noch das Allegro-Vivo-Konzert am 19. September um 18 Uhr sowie die Internationalen Sommergespräche der Waldviertel Akademie ausgetragen werden.

Die Weitraer Adventtage am 28. und 29. November sowie die Kunsthandwerksmesse „Linum“ am 21. und 22. November sind geplant. Im Herbst wird über die Umsetzung entschieden.