Erster Corona-Toter (55) im Gmünder Bezirk. Knapp sieben Monate, nachdem die WHO die Coronavirus-Krankheit zur Pandemie erklärt hatte, hat diese das erste dokumentierte Todesopfer im Gmünder Bezirk gefordert. Zahl der Neuinfektionen immer noch auf hohem Niveau.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 09. Oktober 2020 (14:41)
Hochbetrieb herrscht in der Gmünder Bezirkshauptmannschaft.
Foto: ml

Seitens der Bezirkshauptmannschaft wird bestätigt, dass ein Mann, bei dem das Virus beim Routinetest vor Aufnahme in einem Spital festgestellt worden war, nun verstorben ist. Der 55-Jährige hatte bereits bei der Einlieferung künstlich beatmet werden müssen. Dass es sich beim Verstorbenen um einen Schremser Gemeindebürger handeln soll, bestätigt Bezirkshauptmann Stefan Grusch gegenüber der NÖN nicht. Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt, so Grusch: „Ohne Corona wäre er aber sehr wahrscheinlich nicht zu diesem Zeitpunkt gestorben.“

Infektionen primär in Bereichen Freizeit, Familie, Schule & Kindergarten

Auch abseits des ersten Todesfalls bereiten dem Bezirkshauptmann die Corona-Entwicklungen im Bezirk, der Anfang September in Relation zur Einwohnerzahl noch die bundesweit zweitwenigsten Infektionen hatte, Kopfzerbrechen. „Wir bemühen uns extrem, positive Fälle rasch auszuleuchten und das Contact Tracing verlässlich innerhalb von 24 Stunden abzuschließen, um weitere Infektionen zu verhindern. Aber die Hoffnung, dass wir auf ein niedriges Niveau zurückkehren, sobald wir den Hochzeits-Cluster in den Griff bekommen haben, erfüllte sich leider nicht“, sagt Grusch. Heute registriert er Fälle primär aus den Bereichen Freizeit, Familie, Schule und Kindergarten, aber „es ist kein klares Muster mehr erkennbar“. Auch Infektionsherde aus Nachbarbezirken, Wien (durch Pendler) und womöglich Tschechien – wo derzeit wesentlich mehr Infektionen auftreten als in Österreich – würden in den Bezirk ausstrahlen.

Aktuell 48 Coronakranke

Das Verhältnis von Neuinfektionen zu Genesenen hält sich im Gmünder Bezirk immer noch etwa die Waage: In der 2-Wochen-Bilanz stehen laut Behörde per 9. Oktober (Stand: Vormittag) 69 Infektionen und 70 Genesungen, in der 7-Tages-Bilanz sind 35 Infektionen und 40 Genesungen verzeichnet. 135 Infektionen sind im Bezirk bisher insgesamt dokumentiert, fast achtmal mehr als vor einem Monat. Davon gelten 48 als noch krank, 86 als genesen. Die Zahl der Personen in Quarantäne – Erkrankte und Hochrisiko-Kontakte – hat sich laut Behörde bei durchschnittlich 270 bis 290 eingependelt.