Die Vorbereitungen im Bezirk Gmünd sind erschwert. Religionslehrerinnen, Begleiter und Pfarren erzählen von Plänen mit Kindern und Jugendlichen.

Von Harald Winkler, Anna Hohenbichler und Karin Pollak. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:54)
Antonia-Maria Tauchmann ist eine von vielen Erstkommunionkindern im Bezirk. Im Bild mit ihrer Mutter Karoline Tauchmann.
privat

Für viele Kinder und Jugendliche sind es wichtige Tage auf ihrem Weg zum Glauben: Erstkommunion und Firmung sind üblicherweise Anlässe für einen feierlichen Rahmen im Kreis der Familie. Wie im Vorjahr müssen die Feste auch heuer coronabedingt teilweise verschoben werden – hinter ihrer Umsetzung stehen oft noch viele Fragezeichen.

Die NÖN hörte sich in den Pfarren und Schulen des Gmünder Bezirkes um.

Die Vorbereitungen auf die Erstkommunion finden vielerorts im Religionsunterricht statt. In der Volksschule Unserfrau übernimmt das Religionslehrerin Martina Thalhofer. „Es gibt heuer zum Beispiel keinen Elternabend, ich treffe mich mit den Müttern vor der Schule für ein Update“, erzählt sie. Christa Müllauer ist Religionslehrerin in Großdietmanns und Waldenstein. Seit September bereitet sie ihre Schüler auf die Erstkommunion vor. Normalerweise liegt die Gemeinschaft dabei im Fokus, erzählt sie: „Man darf aktuell nicht singen. Ich finde aber, die Musik ist für Kinder ein wichtiger Zugang zur Religion.“ Müllauer sieht sich als „Bindeglied zwischen Pfarren und Eltern“. Es sei wichtig, den Glauben zuhause zu leben, sagt sie: „Den Kindern zu zeigen, wo der Glaube eine Hilfe ist und wo sie Gott spüren können.“

Seit fast 20 Jahren begleitet Silvia Tauber in der Pfarre Waldenstein Firmlinge auf ihrem Weg. Heuer ist das anders: „Ich konnte es mir nicht vorstellen, die Firmlinge über ein Webinar vorzubereiten“, sagt sie. Gemeinschaftsgefühl und Gruppendynamik kämen dabei einfach zu kurz. Obwohl: „Ich mache es sonst sehr gerne. Mir ist wichtig, dass das Gebet im Vordergrund steht und ich die Firmlinge auch dazu hinführe.“ Daneben gehört für sie auch gemeinsames Singen und Zeit in der Natur zur Firmvorbereitung dazu.

Auch Gmünder Pfarren bereiten sich vor. In der Pfarre St. Stephan findet die Erstkommunion für vier Volksschulklassen am 13. Juni in drei Gottesdiensten statt. In der Herz-Jesu-Pfarre ist die Erstkommunion am 30. Mai in zwei Gottesdiensten geplant. Aufgrund des dortigen Platzangebotes weicht am 6. Juni die Pfarre Großdietmanns für die Erstkommunion in den „Dom des Waldviertels“ aus. Die Herz-Jesu-Pfarre plant für 3. Juli zwei Firmungsgottesdienste mit Propst Maximilian Fürnsinn.

Dace Dišlere-Musta, Pfarrerin der evangelischen Pfarre Gmünd/Waidhofen, will mit dem Termin für die Konfirmation noch warten. „Heuer haben wir drei Konfirmanden, die alle aus Gmünd kommen. Wir werden den 19. Mai abwarten und schauen, wie dann die Vorgaben aussehen. Eine Möglichkeit wäre auch, dass wir mit jedem Konfirmanden und der dazugehörigen Familie einen eigenen Gottesdienst feiern“, erklärt sie.

Vier Kommunionen in Weitra, keine Firmung in St. Wolfgang. In Weitra gibt es heuer gleich vier Erstkommunionfeiern. „Die beiden Klassen vom Vorjahr sind noch an der Reihe, dazu kommen die Schüler der beiden heurigen zweiten Klassen. Jede Klasse feiert alleine“, erklärt Schulleiterin Petra Zimmermann-Moser. Einige Kinder werden die Erstkommunion in ihren Heimatpfarren begehen.

Die Dekanatsfirmung bereits abgesagt hat Pater Markus Feyertag in St. Wolfgang: „Die Firmlinge müssten sich über die Diözese dazu anmelden, das ist ein ziemlicher Aufwand. Da eine Firmung leicht zu verschieben ist, habe ich mich dazu entschlossen. Die Firmkarten behalten ja ihre Gültigkeit“, sagt er. Die Erstkommunionfeier ist für 16. Mai geplant. In seiner zweiten Pfarre, also in Spital, gibt es nur ein Erstkommunionkind – und somit eine Familienfeier.

Firmungen in Heidenreichstein und Schrems verschoben. Noch keinen fixen Termin für die Erstkommunion gibt es in der Pfarre Heidenreichstein, wo etwa 20 Kinder das Sakrament empfangen werden. Die Pfarrfirmung ist aktuell für den Herbst geplant.

In Schrems sind Erstkommunion und Firmung für Sommer geplant. Die Vorbereitung ist dort über die Pfarre organisiert, für Erstkommunionkinder gibt es Minigottesdienste. „Dadurch lernen sie den Ablauf der Messe kennen und wir können kindgerecht auf die einzelnen Teile des Gottesdienstes eingehen“, erklärt Pfarrer Herbert Schlosser. Auch die Eltern sind dabei – und lernen selbst manchmal viel dazu, erzählt er.

Janusz Wrobel leitet wie berichtet seit 1. Mai die Pfarren Kirchberg, Süßenbach und Weißenalbern. Für die Erstkommunion am 27. Juni werden die Kinder dort in zwei Gruppen geteilt.

Firmkalender des Zwettler Abtes schon voll. Durch die coronabedingten Einschränkungen im Vorjahr kamen in der Diözese St. Pölten insgesamt 3.366 Kinder zur Erstkommunion, gefirmt wurden 1.607 Jugendliche. Zum Vergleich: 2019 waren es 4.815 Erstkommunionskinder und 4.490 Firmungen. Einer, der schon viele Jugendliche zur Firmung begleitet hat, ist Abt Johannes Maria Szypulski vom Stift Zwettl. „Auch heuer werde ich Firmungen durchführen, aber nur so, wie die Coronavorgaben es zulassen“, sagt er. Nach seiner Reha will er Firmungen spenden: „Der Terminkalender Ende Mai und im Juni ist da ziemlich voll.“

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