Start für Tageskuren in Bad Großpertholz . In der Früh anreisen für Behandlungen und Mahlzeiten, abends abreisen: Das gibt‘s bald im „Gesundheitshotel“.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:18)
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Unter anderem neuer Name, neue Moorprodukte und die neue Tageskur: Kurdirektorin Bernadette Kitzler (links) und Sonja Swoboda-Wittmann (Rezeption) präsentieren eine Reihe an positiven Nachrichten.
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Nach Jahren, in denen das Großpertholzer Kurhaus immer wieder im Mittelpunkt politischer Streits gestanden war, hat sich nicht nur die Unruhe gelegt: Kurdirektorin Bernadette Kitzler präsentiert auch eine Reihe an erfreulichen Neuigkeiten. So bietet die soeben offiziell zum „Gesundheitshotel Moorbad Bad Großpertholz“ umgetaufte Einrichtung im August als erste in der Region Tageskuren an.

„Art privater Gesundheitstag.“ Kitzler spricht dabei von einer „Art privater Gesundheits- bzw. Wellnesstag. Der Gast kommt in der Früh, hat eine Aufnahmeuntersuchung, erhält eine Moorpackung und/oder Heilmassage, nimmt ein Mittag- und Abendessen ein.“ Ansprechen will sie mit der Tageskur angesichts der Fahrzeiten tendenziell Menschen aus der Region und bis zu den Großräumen Wien/Linz.

Geplant war das Angebot schon im Vorjahr, dann kam die Corona-Pandemie, und seither war das Haus aufgrund der Vorgaben für externe Gäste gesperrt. Daher wurden die neuen Regeln abgewartet und nun die Entscheidung für einen Start im August getroffen (parallel zur Öffnung auch des Kurcafés für externe Gäste). Die Tageskur fügt sich ins Gesamtbild des neuen Oberbegriffes „Gesundheitshotel“, das die klassische Kur und den privaten Aufenthalt in einem Hotel mit Gesundheits-Angeboten verbindet, findet die Direktorin. Das kommt nicht von ungefähr: Der Privatgästeanteil sei zuletzt auf ein Drittel angestiegen.

Ziel: Moor soll renaturiert werden. Neuigkeiten meldet Bernadette Kitzler auch zum Heilmoor. „Verwendetes Moor wird fachgerecht entsorgt. Aber Hölzer, Aussortiertes oder Reste aus dem Bottich wurden bisher einfach abseits des Moores gelagert“, erklärt sie: „Weil es mir wichtig ist, dass wir das, was wir der Natur entnehmen, zurück in den Kreislauf führen, begann ich zu recherchieren.“ Weil eine klare Regelung nicht zu finden war, musste sie bei der Behörde einen Antrag auf Renaturierung einbringen. Der Sachverständige hat die Lage vor Ort bewertet, jetzt wird das Ergebnis erwartet. Klar sei, dass eine strikte Trennung des bestehenden Moores vom zurückkommenden Material gewährleistet sein müsse, sagt Kitzler – um die hohe Bestandsqualität nicht zu beeinflussen.

Aus eigener Küche: Zitrone, Brennnessel & Co fürs Brot. Erwerbbar sind neuerdings Produkte aus eigener Küche, und das ist zwei Umständen zu verdanken: Die Rückkehr einer früheren Küchenchefin mit Passion für Einkochen & Co nach über zehn Jahren traf sich mit einer sauren, aber hoch entzündungshemmenden Marmeladenkomposition des kurärztlichen Leiters Werner Tölle. Die Bestandteile: 70 Prozent Bio-Zitrone inklusive Schale, nur 16,6 % Zucker, Wasser, Stevia und Vanille.

Eine „Lebensstil-Modifikation“ könne mit kleinen, aber entscheidenden Dingen beginnen, etwa der Immunmodulation, sagt Tölle. „Gerade im Rahmen einer ‚Long-Covid‘-Symptomatik, unter anderem mit Müdigkeit, Leistungseinbuße, Atemnot ist die Anregung des Immunsystems von großer Bedeutung. Die Zufuhr hoher Dosen von Vitamin C stimuliert das Immunsystem und hat zusätzlich eine starke antioxydative Wirkung“, so Tölle weiter. Die Zitronenmarmelade erfülle diese Voraussetzung.

Die über den Winter geborene Idee, das Rezept für die Gäste zu übernehmen, schlug ein, also wird jetzt auch für den Verkauf hergestellt. Kitzler: „Die Kollegin ist mit großer Leidenschaft dabei, macht vieles aus eigener Initiative.“ So wird das Angebot sukzessive erweitert, den Pertholzer Sirup mit Ingwer & Zitrone gibt‘s genauso schon wie die Brennnessel-Marmelade.

Nicht zum Schlemmen, aber trotzdem gut: In Kooperation mit einer Zwettler Firma wurden drei erste eigene Moorkosmetik-Produkte erarbeitet, die ab Herbst erwerbbar sein sollen.