Nächtigungen in Gmünd: Alle Tourismus-Rekorde gesprengt. Im Vorjahr wurden die Höchstwerte bei Gäste- Ankünften, Nächtigungen, im Solebad und auf W4-Bahn pulverisiert.

Von Markus Lohninger. Update am 21. Januar 2020 (17:42)

Nach einigen eher konstanten Jahren auf hohem Niveau sprengte das Tourismusjahr 2019 in der Bezirkshauptstadt Gmünd alle bisherigen Rekorde: Die Zahl der Gästeankünfte stieg gegenüber 2018 um mehr als 14 Prozent, die Zahl der Nächtigungen zog um 9.735 auf mittlerweile 82.589 an!

Top-Destinationen überholt

Mit bereits 46.596 Ankünften ist Gmünd nicht nur die klare Nummer eins im Waldviertel, sondern ist auch an Top-Destinationen wie Dürnstein, Spitz, Puchberg am Schneeberg, Annaberg oder Reichenau an der Rax vorbeigezogen. Hand in Hand mit dieser Entwicklung gingen historische Rekorde im Sole-Felsen-Bad mit mehr als 380.000 Besuchern (Seiten 10/11) und auf der Waldviertelbahn mit fast 30.500 Fahrgästen. „Das ist ein Beweis für die hohe touristische Qualität in unserer Stadt“, jubelt VP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer. Und es sei „der Verdienst vieler Beteiligter“.

August: Erstmals über 10.000 Nächtigungen!

Besonders auffallend: Die sechs besten Monate fielen allesamt ins zweite Halbjahr, wobei im August mit einem Plus von fast 3.000 die 10.000er-Schallmauer bei Übernachtungen durchbrochen wurde (10.206). Zum zweitbesten Monat mauserte sich der September (7.830) vor dem Juli (7.675) und Dezember (7.444).

Starke Ankerpunkte

Das Sole-Felsen-Bad ist unumstritten das Zugpferd, eingebettet aber in ein weites Netz mit Naturpark Blockheide, Waldviertelbahn, Wasserbüffelweide, „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“ oder Strandbad und die Angebote der Umlandgemeinden. „Wir sind oft der Anziehungspunkt, von dem aus viele Besucher auch etwas Anderes ansehen oder erleben möchten“, sagt Geschäftsführer Bernhard Strohmeier.

Auch die Waldviertelbahn profitiere vom starken Zusatzangebot, sagt Herbert Frantes. Er registriert zunehmend Bahnfreunde aus England, Deutschland oder der Schweiz, die mehrere Tage bleiben und Bahnangebote nutzen, aber auch zu anderen touristischen und kulinarischen Highlights ausströmen wollen. Alleine der mit FAM-Reisen veranstaltete Silvesterzug schaffe so etwa 70.000 Euro regionale Wertschöpfung pro Jahr. Insgesamt beziffert Frantes die Zahl der Neukunden mit fast 60 Prozent.

„Urlaubsflair am Stadtplatz“

In Gmünd lasse sich ein landesweit „einzigartiges Tourismus-Paket aufschnüren“, fasst Tourismus-Stadtrat Alexander Berger (ÖVP) zusammen. Die intakte Naturlandschaft erlaube es im Gegensatz zu manch „übertriebenem Naturkunstwerk“ noch, alleine zu sein und Ruhe zu genießen. Das neue Führungs-Angebot in der Blockheide habe sich großteils bewährt. Zugleich herrsche in der warmen Jahreszeit dank der tollen Gastronomie und der Vielfalt an Schanigärten reges Treiben am Stadtplatz. Berger: „Vor 15 Jahren hast du dort jeden Fremden herausgekannt. Heute herrscht im Sommer regelrechtes Urlaubsflair am Stadtplatz.“

Initiative für Zimmervermieter

Stadtrat Berger will die Privatzimmer-Vermietung attraktivieren: Ihm schwebt die Organisation eines Info-Abends vor, um Möglichkeiten einer Unterbringung aufzuzeigen. Mit dem touristischen Aufwärtstrend geht nämlich die Frage der mitunter bereits knapp werdenden Nächtigungs-Möglichkeiten einher.