Schrems: Elk-Coronaampel steht auf Wachstum. Führung berichtet von vollen Schichten während des Lockdowns, hoher Disziplin – und neuen Visionen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 26. November 2020 (05:12)
Der nächste Wurf in der Elk-Musterhaus-Reihe verspricht unterm Titel „Design 127“ unter anderem eine weite, komplett zur Seite faltbare Glaswand zum Wohnzimmer und wartungsfreie Dach-Untersicht.
Elk-Fertighaus

50 Jahre, nachdem der Elk-Markenname und das heute weithin bekannte Elch-Logo geschaffen wurden, galoppiert der Fertighaus-Marktführer unbeirrt durch die Coronavirus-Pandemie.

Ein Personalabbau sei im Unternehmen mit mehr als 870 Beschäftigten in Schrems kein Thema, beteuern Eigentümer Matthias Calice und Geschäftsführer Thomas Scheriau, im Gegenteil: „Wir suchen in vielen Bereichen zwischen Technik, Bauleitung, Montage und Verkauf zusätzliche Mitarbeiter! Das ökologische, hochwertige Produkt mit fairem Preis ist sehr nachgefragt – nichts schlägt ein super Haus in der Pandemie.“

„Haben aus der ersten Lockdown-Phase gelernt“

Der zweite Lockdown beeinträchtigt aus ihrer Sicht das Tagesgeschäft wesentlich weniger als der erste im März. „Wir haben aus der ersten Phase sehr viel gelernt, haben klare Regeln, an die sich die Leute halten“, sagt Calice.

Matthias Calice: „Nichts schlägt ein super Haus in der Pandemie.“
ml (Archiv)

Ein eigener Mitarbeiter ist zum kontaktlosen Fiebermessen bei allen ankommenden Kollegen und Lieferanten abgestellt, die Kontaktpunkte am Betriebsgelände wurden minimiert.

Anders als im ersten Lockdown – als auf Kurzarbeit und 1-Schicht-Betrieb reduziert wurde – läuft die Arbeit nun im Werk und auf der Baustelle, wie die Führung betont, unter Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen unbeirrt in zwei vollen, aber getrennten Schichten weiter.

„Man muss die Disziplin und Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter hervorheben, beides ist nicht selbstverständlich“, streicht Scheriau hervor: „Wir hatten einzelne CoV-Infektionen. In den Bereichen Produktion und Montage war es nicht immer einfach, weiterzumachen – aber wir waren gut vorbereitet und sind professionell damit umgegangen.“

Mehr als hundert verkaufte Häuser im Oktober

Die Büro-Angestellten wechselten fast komplett ins Homeoffice, die Basis dafür wurde wie berichtet seit März geschaffen. Im Verkauf wurden genauso große Bereiche in den digitalen Bereich verschoben, drei Häuser wurden laut Scheriau bereits verkauft, ohne dass es je ein physisches Treffen gegeben hatte.

Die Regel sei das freilich nicht: „Der Onlinebereich dient meist zum Kennenlernen mit dem Produkt, im physischen Treffen werden dann Vorstellungen und Optionen vertieft. Aber klar, wir wollen noch virtueller werden, ein richtiges Online-Konfigurationssystem schaffen.“

Insgesamt wurden laut Calice und Scheriau alleine im Oktober stattliche 104 Häuser verkauft. Über die im Sommer gestartete „All in one“-Schiene, die dem Kunden unter dem Motto „sorglos bauen“ sämtliche Prozesse bis zum innen und außen fertigen Haus abnimmt, seien immerhin auch schon mehr als 20 Fertighäuser verkauft.

Neues Großprojekt in der Pipeline

Auch hinsichtlich großer Bauprojekte tut sich was. „Wir liefern bereits weit über unsere Katalogvorschläge an Haustypen hinaus, öffnen uns in alle Richtungen“, spricht Eigentümer Calice davon, mit der Elk-Gruppe in verschiedenen Segmenten mit kurzer Bauzeit, fixem Preis, strukturierter Abwicklung und Risikominimierung überzeugen zu wollen.

In Wien-Döbling wurde durch die Elk-Schwester Zenker – für die ebenfalls in Schrems produziert wird – soeben eine Stadtvilla um 1,5 Millionen Euro realisiert.

Bei St. Pölten fiel indes der Startschuss zu einem Prestigeprojekt, das wie berichtet in Partnerschaft mit der Mitras Immobilienholding selbst entwickelt, errichtet und verkauft wird: Seit wenigen Tagen ist der erste von vier geplanten Baukörpern einer Anlage in Holzriegel-Bauweise mit gesamt 168 Wohnungen in Arbeit. Die Montage ist ab März geplant, die Übergabe für Herbst 2021.

Ein ähnliches Bauträger-Projekt mit gleichem Partner kündigt sich laut Calice auch im Raum Wiener Neustadt an, dort ist aktuell die Rede von mehr als 130 Wohnungen.

Elk-Siedlungen im Waldviertel

Vergleichbar beschaulich mutet ein aktuelles Projekt der Elk-Fertighaus-Tochter Elk-Bau in Horn an: Hier fiel bereits der Spatenstich für 14 Einfamilien- und zwei Doppelhäuser, die nach erfolgtem Verkauf errichtet werden sollen.

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Elk-Gruppe mittlerweile in der Harabruckteich-Siedlung in Gmünd: Fast alle der bereits errichteten Wohneinheiten sind vergeben – auf den verbliebenen Gründen im Elk-Eigentum wird gebaut, sobald Käufer für ein Haus gefunden sind.

Das nächste Musterhaus verbindet das Wohnzimmer mit der Natur

Auch für den Selbstzweck wird munter gebaut. Fünf in den vergangenen zwölf Monaten errichtete Musterhäuser sollen einen neuen architektonischen Anspruch vermitteln, bis März 2021 ist in der „Blauen Lagune“ unter dem Namen „Elk Design 127“ das jüngste Baby der Elk-Familie geplant: Das Wohnzimmer soll nach außen mit einer sechs Meter langen Glaswand abgeschlossen sein – die Glaselemente können zur Seite geschoben und somit ein fließender Übergang zwischen Wohnzimmer und Außenbereich geschaffen werden.

„Das Gebäude wird zudem dank in die Kücheneinrichtung integrierter Haustechnik ohne Technikraum auskommen und somit mehr Platz zum Wohnen oder Verstauen bieten“, kündigt Geschäftsführer Scheriau an. Ein zusätzliches Highlight soll eine wartungsfreie Dach-Untersicht sein, für die sich der Pflegeaufwand auf gelegentliches Drüberwischen beschränkt.