Trassen-Ausbau Thema. 26 Kilometer Ersparnis durch Optimierung möglich. Parteien zum Konsens im Interesse des Waldviertels aufgefordert. ÖBB: Pendlerzug kostet doch Verbindungen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. Oktober 2014 (12:04)
NOEN, ÖBB

Von Skepsis bis Erleichterung reichten die Reaktionen zum vorwöchigen NÖN-Bericht über die Reaktivierung eines Pendlerzuges freitags von Wien nach Gmünd und sonntags retour ab Dezember sowie die geplante technische Aufwertung ab 2015.

Gerald Hohenbichler, Mit-Initiator der Initiative „Pro FJB“, ruft die politischen Fraktionen zum Konsens im Interesse des Waldviertels auf. „Voraussetzung für das Erreichen realistischer Ziele ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten zum Vorteil von Bahnkunden, der Region, der Wirtschaft und des Fremdenverkehrs“, sagt er. Er wolle „keine Einzelshows der Parteien“.

Auch Groiß langfristig für Trassen-Neubau

An sich gebe es diese Kooperation auch, meint Werner Groiß, ÖVP-Abgeordneter und Sprecher des Wirtschaftsbundes im Waldviertel. „Die FJB ist ein zentrales Thema für die Region. In regelmäßigen Sitzungen wird auch mit SPÖ und ÖBB diskutiert, was kurz-, mittel- und langfristig möglich ist“, sagt er.

Dabei spricht auch Groiß das bisher utopisch klingende Thema Trassen-Neubau an. Das sei zunächst von Fachleuten zu erarbeiten und auf mehrere Varianten aufzuteilen, die den Bürgermeistern als Grundlage für konkrete gemeinsame Forderungen dienen sollten. Groiß: „Wir sollten das Thema so fixieren, wie wir es irgendwann haben wollen. Dann sind wir darauf vorbereitet, wenn es so weit ist.“

Welche Trassen-Optimierungen möglich wären, das zeigte eine Studie vor bald 25 Jahren. Bahn-Freak Hohenbichler rollt einen riesigen Plan aus. Dieser enthält den von Konrad Antoni angesprochenen Ausbau durch das „Allentsteiger Knie“ (-17 Kilometer), eine Neubaustrecke zwischen Eggenburg und Göpfritz mit Direktanbindung von Horn (-7 km) oder die zweigleisige Umfahrung für Scheideldorf und Stögersbach (-3 km) im Zuge der geplanten Straßenumfahrung.

„Das wäre eine Reduzierung der Bestandsstrecke von 162 auf 136 Kilometer“, rechnet Hohenbichler vor.

ÖVP-Abgeordneter Johann Hofbauer kündigte in der vorigen NÖN an, der Pendlerzug würde im nächsten Fahrplan keine bestehende Verbindung ersetzen. Das bezweifelt ein NÖN-Leser mit einem Eintrag auf der Internet-Seite NÖN.at.

Christopher Seif, Sprecher der ÖBB, nennt die Neuerung eine „Umschichtung. Zur angesprochenen Zeitlage verkehren derzeit zwei Kurse, die mit nur 20 Minuten Zeitverzögerung in Gmünd ankommen (18.47 bzw. 19.06 Uhr). Daher wurde entschieden, den zweiten, kaum genutzten Kurs zu verlagern.“

Seit der Elektrisierung seien, wie Hohenbichler erklärt, vier Schnellverbindungen eliminiert worden. Das ließe noch Optionen: „In die Verbindungslöcher könnten Schnellzüge mit wenigen Stopps eingebaut werden, ohne eine andere Verbindung zu verdrängen!“