ÖBB-Familie: Der Chef des Vaters. Die Fromberger Stefan und Ernst Tauber arbeiten als Dienststellenleiter bzw. Fahrer für die Postbus-Flotte der ÖBB.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 03. September 2017 (04:43)
Stefan und Erich Tauber sind Teil der ÖBB-Familie. Privat und beruflich ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn perfekt.
Chiara Gattringer

Wenn der Sohn zum Chef des Vaters wird, dann kann das mitunter problematisch sein – nicht aber bei den beiden Frombergern Stefan und Ernst Tauber. Seit 2012 ist Sohn Stefan nämlich Chef seines Vaters als Dienststellenleiter der ÖBB-Postbusflotte für Gmünd.

Die Taubers leben auf einem Bauernhof in Fromberg, lange prägte die zeitaufwendige Landwirtschaft ihr Leben. Dann entschied sich im Jahr 2001 der mittlerweile 58-jährige Ernst für einen beruflichen Umstieg: Er machte den D-Schein und erwarb damit die Berechtigung, Busfahrer für Fern- und Linienbusse zu sein. Seine erste Station absolvierte er im Schienenersatzverkehr der ÖBB, darauf arbeitete als Stadtbuslenker in Zwettl, ehe er als Wieselbuslenker tätig war. Danach wurde er der Postbuslinie der ÖBB zugeteilt.

Vom „Bus-Virus“ seines Vaters angesteckt entschied sich auch der 1985 geborene Sohn Stefan zu einer Karriere am Bus-Sektor. Der gelernte Bürokaufmann absolvierte 2009 den Bus-Führerschein und stieg als Lenker an der Dienststelle Gmünd ein, deren Leiter er 2012 wurde. Ein Jahr später kamen die Bezirke Zwettl und Waidhofen dazu.

Zu Hause wird nicht über die Arbeit geredet

Probleme verursache die eher seltene Kombination nicht, sagt Stefan Tauber: „Mein Vater hat mich – auch wenn es am Anfang ungewohnt war – von Beginn an als Chef akzeptiert. Wir haben sowohl beruflich als auch privat ein tolles Verhältnis.“ Erfolgsgeheimnis sei es, diese beiden Bereiche auch strikt zu trennen. So werde zu Hause nicht über die Arbeit gesprochen.

Mit ihren Rollen im Unternehmen seien beide glücklich. Während Vater Ernst ein „Lenker mit Leib und Seele“ sei, sei Stefan die Arbeit hinter dem Lenkrad zu monoton geworden: „In meiner Funktion gibt es mehr Abwechslung. Das macht meine Arbeit so interessant.“