Stoffherzen als „Seelentröster“ in Waldenstein. Wie kleine Schmetterlinge und Herzen aus Stoff zur großen Hilfe für andere Menschen werden können.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 13. Februar 2020 (15:57)
Für den guten Zweck: Monika Winter, Heidi Kaufmann, Klaudia Pichler, Maria Troll, Silvia Friedl, Renate Troll, Gerti Jenny, Anja Pregesbauer, Katja Huber (hinten), Gabi Amstetter und Claudia Pregesbauer haben gemeinsam genäht. Nicht im Bild: Hermi Stöckl.
Brigitte Bouroyen

Fleißig wird an kleinen Kissen in der Form von Schmetterlingen und Polstern in Herzform genäht. Anderen Menschen helfen und Gutes tun – ganz ohne etwas im Gegenzug zu erwarten: Claudia Pregesbauer aus Albrechts und Gabi Amstetter aus Großneusiedl haben mit ihren Polstern schon einigen Menschen Freude bereitet. Das Duo ist zuletzt auf mehr als ein Dutzend Frauen gewachsen.

Polster wie diese beiden werden gespendet.
Anna Hohenbichler

Die Herzen werden nach strengen Vorgaben genäht und danach an Brustkrebserkrankte weitergegeben, etwa nach Operationen: „Oft sind sie auch einfach ein guter Seelentröster“, sagt Claudia Pregesbauer. Die Schmetterlings-Kissen hätten sich hingegen als nützliche Stützkissen für Kinder, die keine Kopfstützkraft haben und diese beim Sitzen benötigen, erwiesen. Weil die Kissen auf beiden Seiten mit Füllmaterial gestopft, dazwischen aber flach sind, kann der Kopf gut gestützt werden.

„Wenn jemand krank ist, wollen wir ihn damit glücklich machen.“ Claudia Pregesbauer über den Zweck der Polster

Dass die beiden an solchen Schmetterlings-Kissen arbeiten, war ein glücklicher Zufall: „Wir wurden gefragt, ob wir so etwas nähen können. Es gab ein Exemplar, an dem haben wir uns orientiert“, erzählt Pregesbauer. Schablonen wurden angefertigt, richtige Stoffe ausgewählt und nach geeignetem Füllmaterial gesucht. Inzwischen wissen sie, welche Materialien am besten geeignet sind.

Während die Herzkissen vor allem über Krankenhäuser verteilt werden, gehen die Schmetterlings-Kissen an den Sterntalerhof oder an das Wiener Kinderhospiz „Netz“ – unentgeltlich und ehrenamtlich. Claudia Pregesbauer erklärt: „Wenn jemand krank ist, wollen wir ihn damit glücklich machen.“ Deshalb werden die Polster für Kranke nicht verkauft.

Bis vor Kurzem haben die beiden nur zu zweit genäht. Bis die Idee zu einer größer angelegten Nähaktion entstand – und auf viel Interesse gestoßen ist. 13 Frauen halfen Ende Jänner im Heurigenstüberl Pichler in St. Martin mit, 42 Herzen und 48 Schmetterlinge wurden angefertigt. Der Ort wurde aus Platzgründen gewählt. Gemeinsam wurden Formen aufgezeichnet, Stoff geschnitten und genäht und Polster gefüllt.

„Man muss nicht unbedingt mit der Nähmaschine umgehen können, um mithelfen zu können“, so Pregesbauer. Gutes tun kann ganz einfach sein. Manchmal werden die beiden auch mit Stoffspenden unterstützt oder der Transport der Kissen übernommen. – Ob die Nähaktion wiederholt wird? „Auf jeden Fall.“ Denn die Nachfrage sei groß. Dann sollen wieder eifrig – und vor allem gemeinsam – kleine Herz-Polster und Schmetterlings-Kissen zugeschnitten, genäht und gefüllt werden.