Bezirk Gmünd: Selbsthilfegruppen-Obfrau über „Menschlichkeit“

Silke Kropacek aus Kirchberg ist auf einen E-Rollstuhl angewiesen. Als der streikte, hat ein Rehatechniker aus Oberösterreich rasch und unkompliziert Hilfe angeboten.

Erstellt am 10. Januar 2022 | 03:59
Lesezeit: 2 Min
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Silke Kropacek.
Foto: Archiv

Das Leben hält in ohnehin schon schwierigen Lebensabschnitten zusätzlich die eine oder andere Unannehmlichkeit bereit. Und manches Mal kommt es besonders dick. Zu dem Dilemma des Personalmangels (die NÖN berichtete ausführlich) streikte auch noch die Batterie meines E-Rollstuhls. Daher hatte ich einen Termin mit dem Rehatechniker des Mobilitätsservice Rammer aus Oberzirking vereinbart. Genau eine Stunde vor dem vereinbarten Termin ging die Batterie auf Störung. Der Techniker wechselte den Akku und alles schien in Ordnung.

Am nächsten Morgen streikte der elektrische Antrieb erneut und ließ sich keinen Zentimeter mehr bewegen. Das ist natürlich für Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, wo ich viele Stunden derzeit ohne Assistenz verbringen muss, eine wahre Tragödie. Wie sollte es auch anders sein. Klar, so etwas passiert natürlich immer zum Wochenende. So war es auch dieses Mal. Es war Freitagmittag und die Servicefirma hatte geschlossen.

Zum Glück konnte ich den Mitarbeiter auf seinem Handy erreichen. Er nahm verschiedene Ersatzteile mit zu sich nach Hause, und ermöglichte mir so, von der Abholzeit flexibel zu sein. Freitagnachmittag, Schneesturm und eine nicht geplante Aktion waren eine große Herausforderung, um in der Nähe von Mauthausen (vom Waldviertel etwa eineinhalb Stunden Autofahrt) schnell mal etwas abzuholen.

Ein großes Dankeschön an meinen Schwiegersohn, der sich dazu bereit erklärt hatte, dies zu tun. Unter telefonischer Anleitung des Rehatechnikers und mit viel Geduld versuchten mein Schwiegersohn und ich, den E-Antrieb wieder fahrtüchtig zu machen. Doch: Große Aufregung, mit den geholten Ersatzteilen konnte das Problem auch nicht gelöst werden.

Hier setzt nun eine wunderbare Geste der Menschlichkeit ein:

Spontan bot der Rehatechniker an, am Samstagmittag von Oberösterreich nach Kirchberg/Walde zu kommen, um sich des Problems anzunehmen, damit ich wieder mobil sein konnte. Nach zwei Stunden Arbeit war mein E-Rolli wieder einsatzbereit. Auf diesem Weg möchte ich mich nach vielen Jahren als Kundin herzlich bedanken. Es ist eine unglaubliche Bereicherung für die Gesellschaft, dass es noch solche Menschen gibt, auf die man sich in Notsituationen hundertprozentig verlassen kann!