Ins Wasser fallen und Schwimmen. Silke Kropacek ist seit einem Autounfall 1996 auf die Dienste eines E-Rollstuhls angewiesen. In ihrem Gastkommentar schreibt sie über die Digitalisierung als Tor zur Welt für Menschen mit Behinderung.

Erstellt am 19. Januar 2021 (06:16)
Silke Kropacek
privat

An einem Wendepunkt in meinem Leben (2013) beschloss ich nach meinem Umzug nach Kirchberg, Nägel mit Köpfen zu machen. In meinem Kopf herrschte Chaos. Mir wurde bewusst, dass zu einem selbstbestimmten Leben mit persönlicher Assistenz ein entsprechendes Computerwissen eine zwingende Notwendigkeit ist, auch um die Gesellschaft für die Anliegen der Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren. Ich wollte all meine Erfahrungen, Ideen und Vorstellungen für eine breitere Menschengruppe an die Öffentlichkeit bringen.

Manches Mal ergeben sich die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt. In dieser Zeit eröffnete Eva Brandeis die Mobile Computerschule Waldviertel. Seither ist eine schöne Freundschaft entstanden. In der Kombination aus Unterricht und gemeinsamen Interessen sind in sieben Jahren viele Projekte, wie die Gründung der Selbsthilfegruppe „Anders“, die Initiative für „Selbstbestimmtes Leben“, „Sensibilisierungsworkshops“, „Wie fit ist Gmünd“ sowie eine Homepage verwirklicht worden. Von der unkonventionellen Art von Eva, Projekte auszuarbeiten, fühlte ich mich motiviert, auch selbstständig Ideen umzusetzen.

In Zeiten von Corona habe ich nun das Computerwissen in der Praxis anwenden und auf Tragfähigkeit überprüfen können. Durch Ausgangsbeschränkungen und zu wenige Assistenten war ich viele Stunden auf das Internet als Kommunikationsmittel alleine angewiesen. Um mit meiner Familie im Kontakt zu bleiben, kommt Skype zum Einsatz. Um mit Eva Brandeis den Computerunterricht fortzusetzen, wurde Microsoft Teams aktiviert. Minister Anschober hat im Zuge der Pflegereform zu einer Task Force eingeladen. In dieser wichtigen Phase der Bedarfserhebung war die Teilnahme für mich extrem wichtig. So war es möglich, über Zoom am Vormittag den Vorträgen zu lauschen und im Chat meine Fragen zu deponieren. Am Nachmittag wurden die Anregungen der Teilnehmer in virtuellen Arbeitsgruppen diskutiert. Auch hier war es äußerst interessant, die anderen Meinungen zu hören.

Fazit: Mit der Digitalisierung öffnen sich neue Wege, um sich weiter zu entwickeln. – Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert!