Zwei Millionen für Schule. Sanierung des Schulkomplexes soll von 2020 bis 2022 dauern – weil viele Arbeiten nur in den Ferien gemacht werden.

Von Michael Schwab. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:18)
„Auf die Räder - fertig - los“ hieß es bei der Einladung zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Schrems. Auf Initiative von Bürgermeister Karl Harrer traten zahlreiche Gemeinderäte fleißig in die Pedale und kamen mit dem Fahrrad zur ersten „GemeindeRADsitzung“. Gemeinsam setzten Sie mit dieser Klimabündnis-Aktion ein Zeichen für eine fahrradfreundliche Gemeinde. So erfreut sich der Radweg zwischen Eugenia und Langegg seit seiner Eröffnung im Jahr 2015 großer Beliebtheit und trägt wesentlich zum Klimaschutz sowie zur Verkehrssicherheit unserer Bürger bei. Als nächstes wird der Radweg zwischen Schrems und Hoheneich realisiert.
NOEN, Michael Schwab

Zur ersten „Gemeinde-Rad-Sitzung“ und zugleich der letzten Gemeinderatssitzung im Amtsgebäude vor der Sanierung kamen die Mandatare am vergangenen Donnerstag mit ihren Fahrrädern. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Fällung eines Grundsatzbeschlusses zur Sanierung des Schulkomplexes.

SPÖ-Stadtrat Willibald Glaser präsentierte die Grobplanung der nötigen Arbeiten und Kosten, sowie einen Zeitplan, der in Abstimmung mit der Schulleitung erstellt wurde. Das Vorhaben soll sich über drei Jahre von 2020 bis 2022 erstrecken und insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten. Der erste Schritt wird 2020 die Herstellung der Barrierefreiheit innen und außen sein, durch Rampen bzw. Angleichung des Niveaus bei den Eingängen, eine Nachrüstung von drei Aufzügen sowie Treppenliften zur Überwindung kleinerer Niveauunterschiede zu den Turnsälen, wobei es sich hier lediglich um eine Grobplanung handelt. Außerdem soll ein Verbindungsgang von 75 Metern Länge und zwei Metern Breite im Außenbereich eine Verbindung zwischen Volksschule und neuer Mittelschule schaffen.

Inklusive einer Reserve von zehn Prozent und Kosten von zwölf Prozent der Projektsumme für die Planung sollen dafür 674.000 Euro anfallen.

2021 sollen Brandschutzmaßnahmen wie die Herstellung von Brandabschnitten, Fluchtwegführungsbeleuchtung, Installation brandhemmender Türen und eines Frühwarnsystems zu Kosten von 581.500 Euro erfolgen.

Bauarbeiten sind nur im Sommer möglich

2022 stehen bauliche Maßnahmen und die Generalsanierung des Schulkomplexes am Programm, inklusive eines Zubaus zur Zentralgarderobe. Mit 820.000 Euro soll dieses Jahr das teuerste werden. Schon vor der Generalsanierung wäre 2019 die Sanierung des Bewegungsraums und einer Verlegung der Nachmittagsbetreuung ins Erdgeschoß geplant, zu Kosten von 178.000 Euro. Die frei werdenden Klassen können dann anderweitig genutzt werden. ÖVP-Stadträtin Martina Diesner-Wais wollte wissen, weshalb sich das Vorhaben über einen so langen Zeitraum erstreckt. „Das liegt daran, dass viele Arbeiten nur in den Ferien erledigt werden können. Wir können die Schule nicht verlegen“, stellte Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) klar. Budgetäre Gründe seien nur sekundär, die Hauptursache liege einfach in den beschränkten Zeiten, in denen gearbeitet werden kann. ÖVP-Stadtrat David Süß warf ein, dass die Barrierefreiheit gesetzlich bereits ab 1.1. 2016 hätte hergestellt sein müssen. Harrer konterte, derartig umfangreiche Maßnahmen seien eben nicht von heute auf morgen umsetzbar. „Bis 2022 soll unsere Schule so dastehen, wie es der Stand der Technik ist“, hob Harrer hervor.

Der Beschluss wurde nach dieser kurzen Diskussion einstimmig gefällt, ebenso die übrigen Beschlüsse der Sitzung. Aufgrund der Sanierung des Amtshauses werden die nächsten Gemeinderatssitzungen voraussichtlich im Kulturhaus stattfinden.