Litschauer Quartett stellt sich der Wahl. Wer sind die Spitzenkandidaten zur Gemeinderatswahl in Litschau? Wofür stehen sie? Was sind ihre Visionen für die Stadt?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Januar 2020 (04:33)
Rainer Hirschmann (ÖVP), Gerhard Holzweber (SPÖ), Roland Edinger (BBL) und Andreas Schmalzbauer (FPÖ)
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Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich die Stadtgemeinde Litschau seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Rainer Hirschmann (ÖVP): Litschau ist noch lebenswerter geworden und steht besser da als vor fünf Jahren! Sehr viele Projekte (Stadtplatz, Gemeindeamt, Dorfzentrum-Ortsbildpflege, Feuerwehr-Häuser, Kanalbau, Wasserversorgung) konnten umgesetzt werden – Litschau ist am Weg zu einer Energievorbildgemeinde.

Gerhard Holzweber (SPÖ): Als positiv bewerte ich den Bau der neuen Hafenbar, LED-Straßenbeleuchtung oder die Photovoltaik-Anlagen. Der negative Gipfel (schön ausgedrückt) war der Verkauf des Arzthauses: Die Einnahmen konnten nicht einmal die Kosten der neu errichteten Praxis am Stadtplatz abdecken.

Roland Edinger (BBL): Auch in Litschau ist in den vergangenen fünf Jahren einiges geschehen. Positiv zu erwähnen wäre die Kanalisation in den Katastralgemeinden sowie die Einführung eines Jugend- und Seniorentaxis, der barrierefreie Umbau unseres Gemeindeamtes sowie die Sanierung der Güterwege mit einer Bitumendecke.

Andreas Schmalzbauer (FPÖ): Straßensanierungen, Umbau Stadtamt, Neugestaltung des Stadtplatzes waren notwendig. Manche dringende Projekte werden in die Ferne geschoben. Diese werden wir aufgreifen. Streitigkeiten gehören zur Tagesordnung in der Gemeindepolitik, statt sich um die Anliegen der Bevölkerung zu kümmern.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre den größten Handlungsbedarf? Was sind die ersten Vorhaben, denen sich die Stadtpolitik widmen sollte?

Rainer Hirschmann (ÖVP): Gemeinsam mit dem Land NÖ ist es uns gelungen, die freigewordenen Kassenarztstellen teilweise nachzubesetzen – da braucht es aber noch mehr. Nur populäre Ansagen zu machen ist zu wenig! Litschau braucht ein neues Tourismuskonzept – auch daran arbeite ich gemeinsam mit Investoren. In Planung sind Großprojekte (Bauhof/Feuerwehrhaus Litschau und Verlegung der Aufbahrungshalle samt Urnenhain), für welche bereits Einreichunterlagen erstellt wurden.

Gerhard Holzweber (SPÖ): Wir brauchen einen Kassenarzt für die ganze Woche. Das wird Geld kosten, denn die meisten Ärzte kommen nur in ländliche Gemeinden, wenn das Wohnen und Arbeiten passt. Das Strandbadrestaurant muss saniert werden. Interessenten gebe es dafür, allerdings kann man einem Pächter nicht die Sanierung aufbürden, es muss reichen, wenn dieser die Einrichtung beisteuert und anfangs symbolischen Pacht zahlt. Die FF-Litschau braucht ein Feuerwehrhaus.

Roland Edinger (BBL): Den größten Handlungsbedarf in unserer Gemeinde sehen wir im Ausbau der ärztlichen Versorgung, wo es uns gelingen muss, einen Arzt und Zahnarzt wieder nach Litschau zu bringen. Vielleicht sollte man mit den in Litschau als Zweitwohnsitz gemeldeten Ärzten Kontakt aufnehmen, ob nicht doch einer dieser Ärzte eine Ordination in Litschau eröffnen möchte! Der Breitbandausbau ist ebenfalls eines der wichtigsten Projekte in unserer Gemeinde.

Andreas Schmalzbauer (FPÖ): Den Wirtschaftsstandort zu stärken, um Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, den Glasfaserausbau weiter forcieren, ein neues Marketingkonzept für das Hallenbad und Strandbad, Anreize, um Kassenärzte wieder nach Litschau zu holen. – Wobei der letzte Punkt, der wichtigste für unsere Gemeindebürger wäre.

Was sind Ihre Visionen zur Innenstadt- und Strandbad-Belebung in Litschau?

Rainer Hirschmann (ÖVP): Ins Strandbad wird laufend investiert. 2019 wurden die Tennisplätze saniert und das Gebäude trockengelegt. Mit dem künftigen Besitzer des Feriendorfes werden wir eine Lösung für die Gastronomie suchen.

Gerhard Holzweber (SPÖ): Das Strandbadrestaurant wäre die Belebung fürs Strandbad. Es muss Wirtschaftsförderungen geben, die nicht an die Zahl von geschaffenen Arbeitsplätzen gekoppelt sind. Jeder fängt klein an und ist anfangs alleine tätig.

Roland Edinger (BBL): Wir glauben, dass es notwendig ist, dass unsere Bürger wieder einen attraktiven Erholungs- und Freizeitraum vorfinden. Ein Campingplatz, Wasserrutsche und ein Gastronomiebereich sind nur einige Beispiele.

Andreas Schmalzbauer (FPÖ): Um Jungunternehmer nach Litschau zu holen, würde eine Mietminderung für die Gründungphase ein erster Weg sein. Bei Strandbadbelebung würden wir die Sanierungsarbeiten zu 100 Prozent unterstützen.

Warum soll man am 26. Jänner Ihrer und nicht einer anderen Partei die Stimme geben?

Rainer Hirschmann (ÖVP): Ich habe um mich Kandidaten versammelt, die man in Litschau kennt und denen man vertraut! Wir sind die bessere Wahl.

Gerhard Holzweber (SPÖ): Wir sind das soziale Gewissen in unserer Gemeinde, unsere Funktionäre arbeiten für Litschau und nicht für die Partei.

Roland Edinger (BBL): Als Bürgerbewegung sind wir keiner Partei verpflichtet. Als Alternative zur Parteipolitik leben wir, was andere nur versprechen.

Andreas Schmalzbauer (FPÖ): Weil wir für alle Gemeindebürger Ansprechpartner sind, für Ideen und Vorschläge immer ein offenes Ohr haben.

Welches Wahlergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Rainer Hirschmann (ÖVP): Jede einzelne Stimme ist mir wichtig! Das 15. Mandat zu erreichen wäre ein riesiger Erfolg!

Gerhard Holzweber (SPÖ): Der Fall der ÖVP-Absoluten, Litschau braucht eine starke zweite Meinung.

Roland Edinger (BBL): Gestärkt durch den Auftrag der Wähler für Litschau weiterzuarbeiten. ÖVP-Mehrheit brechen.

Andreas Schmalzbauer (FPÖ): Da wir in den letzten Jahren nicht im Gemeinderat waren, ist jedes Ergebnis ein Erfolg.