Gyn-Lösung bleibt schwierig. Parallel zu Arbeiten für das „Healthacross Gesundheitszentrum Gmünd“ schreitet die Personalsuche voran. Gmünds Dauerthema auch hier noch offen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. Januar 2021 (05:25)
Die Fassade soll noch im Jänner fertig werden.
M Lohninger

Die Pause rund um den Jahreswechsel ist vorbei, seit Montag laufen die Arbeiten für das „Healthacross Gesundheitszentrum Gmünd“ als europaweit erstes grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum mit Patienten und Personal von beiden Seiten der Staatsgrenze wieder. Der erste Patient soll im Oktober hier behandelt werden. Bis dahin ist baulich und organisatorisch noch einiges zu tun.

Außenfassade noch im Jänner fertig

Der Holzriegelbau zum 2,5-Millionen-Euro-Projekt mit 665 m² Nutzfläche und eigener Rettungszufahrt ist bereits montiert, noch im Jänner soll laut Manager Manfred Mayer die Außenfassade abgeschlossen werden. Wenn es die Außentemperaturen zulassen, dann soll Anfang Februar der Estrich für den Fußboden verlegt werden. „Das wäre die letzte potenzielle Ursache für eine Zeitverzögerung. Läuft alles gut, dann werden wir ab März im Plan sein“, sagt Mayer, der von einer sechswöchigen Trocknungszeit ausgeht.

Parallel zum Innenausbau sind außen diverse Anschlüsse herzustellen. Wasser, Strom und Gas kommen über die Bleylebenstraße. Für den Kanalanschluss wird von Höhe Bahnübergang – wo der Strang des Abwasserverbandes Lainsitz vorbeiführt – gegraben. Für die Breitband-Versorgung wird eine Verbindung zur Weitraer Straße gelegt. Über kurz oder lang soll die Bleylebenstraße zum derzeitigen Fußgänger- und Radler-Grenzübergang insgesamt ertüchtigt werden, zur Eröffnung ist das aber laut VP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer noch kein Thema.

Der Vorteil: Fokus auf die eigene Profession

Sehr wohl schon ein Thema ist die künftige personelle Besetzung des Hauses. Beim Spatenstich war von Angeboten für Allgemeinmedizin, Chirurgie, Interne, Orthopädie, Kinder, HNO oder Gynäkologie sowie Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Diätologie, Geburtsvor- und Nachbereitung die Rede. Manfred Mayer: „Es könnte noch zu Änderungen kommen.“

Herausfordernd gestalte sich vor allem die Gynäkologen-Suche. „Bis jetzt war in Österreich und auch in Tschechien niemand zu finden, der den Kassenvertrag übernehmen möchte“, sagt Mayer: „Es bleibt noch einige Zeit und das Gesamtangebot wird sicher sehr gut, aber in einzelnen Bereichen ist es eben schwieriger.“ Die Kassenstelle ist seit der Pensionierung Mohammad Heydaris Ende 2018 vakant.

Die Voraussetzungen sind im Gesundheitszentrum ideal: Die komplette Administration läuft zentral, Mediziner und Therapeuten können sich auf ihre eigentliche Profession fokussieren. Mayer berichtet aus anderen Fachrichtungen von etlichen positiven Vorgesprächen, bis spätestens April will er dem Gemeinderat konkrete Vorschläge für künftige Dienstleister vorlegen.