Gmünd

Erstellt am 12. Januar 2017, 05:44

von Markus Lohninger

2016 waren 37.000 Gäste im Kino. Fußball-EM, wenige Blockbuster, Umbau: 2016 konnte mit Top-Kinojahr 2015 nicht mithalten. 170.000 Euro investiert.

Julia Gaugusch-Prinz blickt etlichen Blockbustern in den Waldviertler Kinos bis Juni entgegen. 2016 besuchten 50.000 Menschen das Kino Zwettl.  |  Lohninger

Das mit einem Besucherplus von 20 Prozent überdurchschnittlich erfolgreiche Jahr 2015 konnte im Stadtkino Gmünd 2016 – wie auch bundesweit – nicht ganz wiederholt werden: Etwa 37.000 Gäste bedeuteten ein Minus knapp im zweistelligen Bereich.

Geschäftsführerin Julia Gaugusch-Prinz führt die Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren zurück. Einerseits habe es die Fülle an großen Blockbustern 2016 einfach nicht gegeben und die Fußball-EM erwartungsgemäß das Ergebnis gedrückt, zugleich war der Saal II während des Kicker-Großereignisses wegen Umbau-Arbeiten ganz geschlossen. Letzteres hat aber eine wesentliche Aufwertung gebracht: Der Saal wurde binnen nur 16 Arbeitstagen vergrößert und inklusive neuer Komfort-Sitze komplett neu aufgebaut. Eine Mauer musste dafür versetzt werden, außerdem wurden 20 Sitzplätze für mehr Beinfreiheit geopfert. „Die Pärchensitze ohne Mittellehne erfreuen sich aber jetzt großer Beliebtheit und wurden auch schon für unser Kino in Zwettl angefragt. Die Auslastung des Saales hat sich innerhalb kurzer Zeit deutlich erhöht“, sagt Gaugusch-Prinz.

"Beim Komfort am letzten Stand"

Einem noch stärkeren Erneuerungs-Prozess unterzog sie auch das Zwettler Kino. Hier wurden die Säle II und III neu bestuhlt, die Raumausstattung erneuert und auch der Warteraum renoviert. Die etwa 20 Jahre alten WC-Anlagen wurden komplett ausgehöhlt und in attraktivem Design neu aufgebaut.

Etwa 170.000 Euro nahm Julia Gaugusch-Prinz für die Adaptierungen in beiden Häusern mit Betrieben aus der Region in die Hand. 2016 war damit das investitionsstärkste Jahr der Waldviertler Kinos seit der Digitalisierung 2009/2010. Die Standorte mit insgesamt 19 Mitarbeitern zwischen Geringfügigkeit und Hauptberuf seien dadurch langfristig gesichert worden, betont die Kinobetreiberin: „Zentrale Anreize für Kinobesucher sind perfekte Bild- und Tonqualität, danach kommt der Komfort. In Sachen Technik waren wir bereits am letzten Stand, jetzt sind wir es auch beim Komfort.“

„Fifty Shades of Grey“: Es geht bald weiter!

Für 2017 rechnet Gaugusch-Prinz wieder mit einem Besucher-Plus, weil alleine schon im ersten Halbjahr etliche Blockbuster anstehen. So kommen im März Disney‘s Realverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ (mit Emma Watson), „Die Schlümpfe“ und „Boston“ (Thriller zum Anschlag beim Boston-Marathon 2013). Im April kommen „Fast & Furious 8“ und die 20th-Century-Fox-Animation „The Boss Baby“, im Mai starten „Transformers V - The Last Knight “, der an die Erfolgsserie angelehnte „Baywatch“-Film und „Pirates of the Caribbean V - Salazars Rache“.

Und – bereits in wenigen Tagen läuft mit „Gefährliche Liebe“ die Fortsetzung des mit Abstand erfolgreichsten Filmes im Jahr 2015 in Gmünd, „Fifty Shades of Grey“. 2.700 Besucher hatten den ersten Teil im Stadtkino gesehen – um zwei Drittel mehr, als den Top-Film des Jahres 2016 „Pets 3D“ (1.600 Besucher; diesmal auch bundesweite Nummer eins) gesehen haben.