Alte Bobbin-Halle wird aufgemöbelt. Mit etwas Verzögerung: Tochterbetrieb von Schnabl Transporte startet nun auch Außensanierung.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. April 2021 (05:45)
Die frühere Bobbin-Halle erstrahlt bald im neuen Glanz.
M. Lohninger, M. Lohninger

In der Gmünder Neustadt geht es einem optischen Schandfleck an den Kragen: Zwei Jahre nach einer NÖN-Story über umfassende Sanierungspläne für das prominent positionierte gelbgraue Lagergebäude in der Weitraer Straße mit Schriftzug „Intrapack“, das einst der Möbelproduzent Bobbin mit reichlich Leben gefüllt hatte, fiel nun der Startschuss für die Sanierung der kompletten Gebäudehülle.

Zweifelhafte graue Eminenz nach der Blütezeit. 36 Jahre ist es her, dass die Firma Bobbin, einst größte Arbeitgeberin der Bezirkshauptstadt, zerbrach. Das dreistöckige Gebäude wurde danach unter anderem als Lager- und Umschlagplatz der Firma Intrapack für Sanitärartikel genutzt, doch der Zahn der Zeit nagte unnachgiebig an den historischen Gemäuern. Vor sieben Jahren wurde die Immobilie durch die „WV Lager GmbH“, einer 100-Prozent-Tochter des Transport- und Logistikunternehmens Schnabl mit Sitz in Gmünd, erworben.

Eines der letzten Mosaiksteinchen in einem Millionenprojekt. Die seit Jahren kräftig expandierende Firmengruppe mit aktuell schon etwa 115 Beschäftigten hatte reichlich Bedarf für die enorme Lagerfläche von etwa 15.000 m 2 , hat mittlerweile eine Lagerkapazität im Eigentum von 32.000 m 2 . Sie mietet auch mehrere externe Lager an, darunter den seit Februar fertigen 4.500 m 2 -Hallenneubau des Lagerhauses Gmünd-Vitis im Bereich zwischen Avia-Station und den Harabruckteichen.

NOEN, M. Lohninger

Die dreistöckige alte Bobbin-Halle wurde in den vergangenen Jahren, wie Prokurist Patrick Koppensteiner erklärt, im Inneren Schritt für Schritt wieder auf Vordermann gebracht, mit neuen Rampen-Andockungen und einem 4-Tonnen-Lift ausgestattet. Auch das Dach wurde erneuert. Die Fassade ist nun eines der letzten Mosaiksteinchen in dem Millionenprojekt.

Firmenchefin: „Alle waren wirklich bemüht.“ Die Verzögerung erklärt sich Geschäftsführerin Hannelore Schnabl-Wabra unter anderem durch die Dimension des Projektes – das weitläufige Gebäude mit stattlicher Höhe wird für einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ außen rundum erneuert. „Daher war sehr vieles zu klären, auch alle Anrainer rundum mussten eingebunden werden, weil wir zum Beispiel durch deren Gärten müssen“, sagt sie. Aber: „Alle waren wirklich bemüht, uns zu unterstützen. Dafür bedanke ich mich herzlich.“ Jetzt sei mit der Litschauer Firma Eschelmüller auch der richtige Partner gefunden, der ein derartiges Projekt professionell umsetzen könne.

Moderne Optik in Silbergrau. Begonnen wurde vor wenigen Tagen an der Ecke zum Färbereiweg, der Gasse zwischen Halle und Färberei TVG (einst Heinisch). Von hier weg soll es Zug um Zug mit – passend zu den Firmenfarben Schnabls: silbergrauer – Trapezblech-Ummantelung um die gesamte Halle gehen, kündigt Prokurist Koppensteiner an. Ein Teil der Fenster soll demnach erhalten bleiben, ein Teil geschlossen werden.

„Die Substanz des Gebäudes ist an sich in Ordnung. Ich freue mich darauf, wenn sie nun gesichert wird und sich das Gebäude in ein schönes Erscheinungsbild mit der Stadt Gmünd fügt“, blickt Hannelore Schnabl-Wabra nach vor. Die Fertigstellung soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen sein. Parallel dazu werden die Einfahrtstore ausgetauscht, eines davon wurde bereits durch einen zeitgemäßen Schiebeschranken ersetzt. Ebenfalls noch für heuer ist eine Komplett-Erneuerung der Beleuchtung vorgesehen.