Baustelle im Access-Park: Erstes Mietlager kommt

Tschechisch-österreichische Antwort auf zunehmenden Platzmangel in Keller, Archiv & Lager.

Erstellt am 15. Oktober 2021 | 06:02
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Daniel-Andreas Kremzow startet in wenigen Wochen mit Mietcontainern.
Foto: Anna Hohenbichler

Wohin mit all dem Krempel, wenn Wohnungen aufgegeben oder zusammengelegt werden, Vorräte die Lagerkapazitäten sprengen oder im Archiv Platz geschaffen werden soll? Auf diese Frage soll es in Gmünd bald eine Antwort geben: Im Access-Industrial-Park entsteht ein „Self Storage“-Standort – mit Containern, wo Private genauso wie Betriebe externe Lager verschiedener Größen einrichten können.

In den USA ist die Erfolgsstory dieser rund um die Uhr zugänglichen Mietlager einige Jahrzehnte alt. In Europa dauerte es länger, existieren abseits der Ballungsräume noch große weiße Flecken in der Landkarte. Dementsprechend vorsichtig ging Daniel-Andreas Kremzow, in Wien zur Welt gekommener tschechisch-österreichischer Doppelstaatsbürger, der in Gmünd die Mittelschule besuchte und nun in České Velenice lebt, seine Vision eines „Self Storage“ an: Er richtete vor zwei Jahren ein erstes solches Projekt in Budweis ein, sicherte sich parallel dazu einen Grund im Access-Park. „Es sollte ein Sicherheitsnetz für den Fall sein, dass es in Budweis nicht läuft. Dann hätte ich den Platz in Gmünd als Depot für die Container nutzen können, bis sich eine neue Verwendung gefunden hätte“, sagt er.

Gmünd wurde von Plan B zu zweitem Plan A

Der Start in der südböhmischen Kreishauptstadt mit gut 100.000 Einwohnern sei tatsächlich schwer gewesen, habe sich auch mit dem ersten Lockdown überschnitten. Dann sei der Ball ins Rollen gekommen, die Fläche von erst 33 auf nun 54 Plätze aufgestockt worden. Und: „Seit Sommer sind alle Lagercontainer ausgelastet.“

Also wird Gmünd nun von einem Plan B zu einem zweiten Plan A: Kremzow errichtet in der Zweiländerstraße 6 vis-à-vis der NBG-Zentrale ein Mietlager mit 25 weiteren Containern. Der Boden ist bereits aufbereitet, gegen Ende Oktober sollen nach etwa 15-wöchiger Wartezeit die 10 bis 33 m² großen Container geliefert werden. Danach ist die Fertigstellung der Außenanlage mit Umzäunung und Einfahrtstor geplant.

Warum Kremzow diese Geschäftsidee aufgriff? Er sei mit der Vermietung von Häusern aufgewachsen, habe das Know-how aus dem langfristigen Wohngeschäft auf ein alltäglicheres Gebiet ausweiten wollen. „Es ging primär darum, das Vermietkonzept so zu entwickeln, dass es für alle passt. Es macht Spaß, ich kann mich einbringen und mit Kunden arbeiten“, sagt er. Ab 90 Euro pro Monat ist man im Spiel, unverbindlich kann bereits reserviert werden. Auch ein Hol- & Bringservice kommt.

Kremzow spricht von hohen Sicherheits-Maßnahmen – vom codegesicherten Zufahrtstor bis zum Sicherheitsschloss am Container, der Mieter kann zwei weitere Vorhängeschlösser anbringen. Das Areal soll mit Online-Direktübertragung videoüberwacht sein – aber nur außen: „Das Innenleben der Container sehen wir nicht ein. Es ist auch von außen nicht ersichtlich, wer in einen Container eingemietet ist und was sich innen befindet.“ Die Beleuchtung will er zur Gänze mittels Solarstrom abdecken.