Beliebter Primar Vischer vor Ruhestand. Leiter der Chirurgie am Gmünder Spital ab 1. Oktober in Pension – auch die Kassenverträge werden abgegeben. Als Wahlarzt will Hans-Martin Vischer weiter machen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. August 2019 (04:08)
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Primar Hans-Martin Vischer tritt Ende September in den Ruhestand.

Eine Koryphäe am Landesklinikum Gmünd steht vor dem Gang in den Ruhestand: Hans-Martin Vischer, Vorstand an der Chirurgie, wird als Primar im Spital per 1. Oktober die Pension antreten.

Der über die Region hinaus bekannte Venenspezialist, der einst auch interimistischer Standortleiter gewesen war, leistete einen wesentlichen Beitrag beim Aufbau des Gmünder Venenzentrums, für das Patienten mitunter weite Anreisen auf sich nehmen. Auch die Kassenverträge gibt Vischer mit 1. Oktober – nach seinem 65. Geburtstag im September – zurück, wie er der NÖN sagt: „Die Arbeit macht Spaß. Aber ich möchte sie künftig nicht mehr im bisherigen Ausmaß ausüben, sondern reduzieren.“

Seine Praxis in der Conrath-straße 26 will Hans-Martin Vischer weiterhin betreiben, wenn auch nur noch als Wahlarzt. Als solcher wolle er Patienten, die das möchten, auch künftig vis-à-vis im Spital operieren. Zudem bestehe der Gedanke, dass Vischer aushilfs- oder tageweise weiterhin beim Land NÖ beschäftigt sei, sagt Regionalmanager Andreas Reifschneider.

Ausschreibungen für Nachbesetzungen laufen

Die Kassenarzt-Stelle ist jedenfalls bereits per 1. Oktober ausgeschrieben. Im Landesklinikum Gmünd ist das Primariat ebenfalls per 1. Oktober ausgeschrieben – die Bewerbungsfrist dafür endet demnach am 12. August. Danach gelangen allfällige Bewerbungen in den Sanitätsrat und folgen die Hearings.

Ziel sei freilich ein nahtloser Übergang zu einer Nachfolge-Lösung, betont Regionalmanager Reifschneider: Setzt sich ein schon innerhalb der Holding beschäftigter Bewerber durch, so könne vermutlich eine raschere Übergabe gelingen, bei einem Nachfolger von außerhalb muss freilich auf bestehende Verpflichtungen gegenüber einem bisherigen Arbeitgeber Rücksicht genommen werden.

Hans-Martin Vischer war in den konfliktreichen 1990er Jahren, als das Spital noch im Gemeindebesitz war, als Nachfolger von Chirurgie-Primar Mullah installiert worden. „Er hat während dieser Jahrzehnte vielen Menschen geholfen und sich für den Standort engagiert, ist für seine Mitarbeiter auch in der Freizeit immer erreichbar“, spricht der Ärztliche Standortleiter Michael Böhm von einer „aussterbenden Generation“.

Falls bis 1. Oktober kein fixer neuer Primar gefunden ist, so soll laut Reifschneider Vischers langjährige berufliche Wegbegleiterin, die Erste Oberärztin Barbara Dienstl, mit der interimistischen Leitung der Chirurgie betraut werden.