Bewegung beim Heizwerk: Gartendeko-Werk übersiedelte . Erdenwerk der Gmünder G11-Gruppe hat Produktion gestartet, Gartendeko-Werk wurde in 16 Lkw-Fuhren übersiedelt. Auch Pläne für Fisch & Gemüse auf Kurs.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. Juli 2021 (03:31)
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Oben: Die Teiche und Rinnsaale hinterm Heizwerk sind noch keine Vorboten auf die Fischzucht: Sie gehören zu einem umfassenden System zur Entwässerung und Versickerung am Ausbaugelände. Unten: Die auf drei Teile zerlegte Färbetrommel zum künftigen Werk der G11-Gruppe für Gartendeko-Hackschnitzel aus Gmünd.
Markus Lohninger

Nächster Schritt im spektakulären Ausbauprogramm der G11-Gruppe beim Heizwerk im Gmünder Access-Industrial-Park, direkt vis-à-vis des aktuellen Impfzentrums: Vor wenigen Tagen wurde in 16 Lkw-Fuhren die im Vorjahr erworbene Anlage zur Hackschnitzel-Färberei für Gartendeko inklusive Absack- und Palettieranlage übersiedelt. An die 2,5 Millionen Euro fließen alleine in dieses Projekt, für das auch eine neue Halle errichtet werden muss.

Weil die „G11 Unternehmensverbund AG“ (vormals Bioma) mit dem Werk im Innviertel auch den Kundenstock übernommen hat, musste vor der Übersiedelung nach Gmünd kräftig vorproduziert werden, sagt Geschäftsführer Herbert Mandl. Aktuell werden die Teile zwischengelagert. Eine 1.000 m 2 große Halle wird für die Färberei errichtet. Mandl: „Das erste Fundament ist schon geschaffen, jetzt beginnt der Gebäudebau.“

Anlagen werden auf den aktuellen Stand gebracht. Im Freien wird auch eine weitläufige, gut 7.000 m 2 große befestigte Fläche aus Recycling-Material für ein Palettenlager der abgesackten Gartendeko-Hackschnitzel geschaffen.

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Markus Lohninger

Parallel dazu heißt es, die derzeit noch zerstückelten Anlagen komplett zu überholen, hinsichtlich Steuerungen und Sicherheitstechnik dem aktuellen Stand anzupassen, und dann an ihrem neuen Standort wieder aufzubauen. Alleine die Färbetrommel harrt derzeit in drei Teilen ihrer künftigen Bestimmung. In dem Prozess greift Mandl so weit wie möglich auf regionale Firmen zurück, wie er betont. Künftig soll nasses Hackgut umweltschonend mit natürlichen Erdpigmentfarben gefärbt werden, die Hitze für den Trocknungsprozess liefert das nahe Heizwerk der G11-Gruppe.

Erste Kulturschwarzerde aus Gmünd ist im Entstehen. Vor wenigen Tagen bereits angelaufen ist indes nach etwas Verzögerung die Arbeit im Kompostier- und Erdenwerk für Kulturschwarz- erde der Marke „Happy Garden“, die in Gmünd auch abgesackt wird. Bis zum Herbst sollen die ersten Ergebnisse verkaufsfertig sein. Jetzt schon kann Grün- und Strauchschnitt zur Kompostier-Anlage angeliefert werden.

Für Fischzucht: Ausbau des Wasserwerkes wird notwendig. Der kostspieligste Teil des mehr als 30 Millionen Euro teuren Ausbauplans der G11 – über den die NÖN mehrmals berichtet hat – betrifft die Errichtung einer Indoor-Fischzucht für Zander, die alleine mindestens 25 Millionen Euro verschlingen und 40 Jobs schaffen soll. Auch hier hat sich einiges getan: Das Projekt mit zwei Hallen für mehr als 110 Becken für alle Bereiche zwischen Elterntierhaltung und Mast wurde bei der Behörde eingereicht.

Mandl möchte 300 Tonnen Premium-Zander pro Jahr in Gmünd züchten und auch verarbeiten, eine Zanderzucht vergleichbarer Größe gibt es ihm zufolge in Österreich und den Nachbarstaaten nicht. Trotz der damit verbundenen Herausforderung auch für die Behörden streut Geschäftsführer Herbert Mandl der Gmünder Bezirkshauptmannschaft Rosen: „Es gibt zahlreiche Gespräche mit Sachverständigen, der Austausch ist wirklich spitze.“ Den Baustart sieht er tendenziell erst 2022.

Die Stadtführung hat jetzt schon einen Ausbau des unweit gelegenen Wasserwerkes beschlossen – aus gutem Grund: Der zusätzliche Bedarf wird alleine für die Fische auf 146.000 m 3 Wasser pro Jahr geschätzt.

Auch Glashaus-Projekt auf Kurs. Die letzte Stufe im „(öko)logischen Verbund“ ist eine 7ha große Glashaus-Anlage für den ganzjährigen Anbau von Bio-Gemüse, das mit Energie aus dem Heizwerk gezogen wird. Die Anlage soll im Norden – nach dem neuen Verbindungsweg – in Richtung Gemeindewald angedockt werden. Das Projekt laufe im Plan, sagt Mandl, der die In-stallierung einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern prüft. „Ein Teil der Kosten wäre dann über Ökostrom refinanzierbar.“