Einkaufsmeile bleibt weiter Rumpelpiste. Kollision mit anderen Großbaustellen und Sorge um Fertigstellung vor Schulbeginn: Generalsanierung der Emerich-Berger-Straße in Gmünd wird neuerlich verschoben.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:12)
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Die Emerich- Berger-Straße bleibt vorerst in ihrem Zustand.
P. Suchy

Der Kern der Gmünder „Einkaufsmeile“ bleibt auch im zweiten Jahr, nachdem im Bereich von Billa und Eurospar mit der Generalsanierung angefangen wurde, eine Rumpelpiste: Die Stadtführung muss das von Verkehrsteilnehmern seit Jahren herbeigesehnte Projekt in der Emerich-Berger-Straße ein zweites Mal nach 2020 verschieben.

Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis (ÖVP) bestätigt der NÖN Gerüchte, wonach das Projekt nach ausgiebiger Diskussion auch für 2021 definitiv vom Tisch ist – geplant ist wie berichtet die weitere Generalsanierung der schwer desolaten Straße und auch der Fortbau des Geh- und Radweges vom Billa-Markt abwärts. Aber: „Wir haben so viele Straßen der Stadt saniert, wir werden auch diese sanieren.“

„Ernste Bedenken.“ Ausschlaggebend seien primär zwei Aspekte gewesen, präzisiert Stadtbaudirektor Michael Prinz. „Einerseits haben wir mit dem Großprojekt rund ums Gymnasium und der wochenlangen Totalsperre der Schremser Straße einen massiven Baustellensommer vor uns“, sagt er. Prinz: „Wird dann noch die hoch frequentierte Emerich-Berger-Straße gesperrt, dann wird das heftig für die Stadt.“

Den Ausschlag habe letztlich die Rohstoff- und Material-Knappheit am Bausektor gegeben. Verzögern sich deshalb die Baustellen beim Gym und in der Schremser Straße, wo ein Fahrbahnteiler auf Höhe der Avia-Tankstelle und eine Verkehrsinsel bei der Firma Baumann kommen, dann ärgert das wohl Verkehrsteilnehmer und Anrainer. Über einer Baustelle in der Emerich-Berger-Straße schwebt aber das Damoklesschwert der Schulbeginne. „Hier verkehren wegen des Schulzentrums mehr als hundert Busse pro Tag, wir können für die Arbeiten daher nur die Ferien nutzen. Wir haben ernste Bedenken, dass sich das wegen Material-Engpässen nicht rechtzeitig ausgehen könnte.“

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Erste Testfahrten über die umgestaltete Josef-Gangl-Gasse.
P.Suchy

Vor Baustart in Schremser Straße, Gym-Gesamtprojekt im Plan. In der Schremser Straße wird wie berichtet in den nächsten Tagen mit den Arbeiten begonnen. Ab 5. Juli ist mit einer mindestens sechswöchigen Totalsperre zu rechnen – auch weil für das zweite Großprojekt von der Gymnasiumstraße quer rüber in Richtung Braunauplatz gegraben werden muss.

Das Projekt rund ums Gym selbst, das mehrere Straßenzüge umfasst und mit Schulanfang abgeschlossen sein soll, schreitet laut Baudirektor Prinz plangemäß voran. So wurde die Josef-Gangl-Straße als Querverbindung von Walterstraße zu Gymnasiumstraße am 11. Juni asphaltiert – wie angekündigt mit nur noch einer Fahrbahn und dafür einem breiten Geh- & Radweg. Die Gymnasiumstraße selbst wird komplett neu gebaut, mit Grün-, Geh- und Radstreifen versehen und im oberen Bereich zur leicht geschwungenen Einbahnstraße mit Tempo-30, die Kanal- und Wasserarbeiten sind hier laut Prinz abgeschlossen. Hinterm Gym wird zudem die Czadekgasse als „Fahrradstraße“ für Durchzugsverkehr gesperrt.

Emerich-Berger-Straße: Insgesamt drei Bauetappen. Für die Emerich-Berger-Straße sieht der Plan, so Baudirektor Prinz, im Wesentlichen eine Verlängerung der vom Bereich des Kreisverkehres begonnenen Konzeptes vor – mit einem Geh- und Radweg hinter einem Grünstreifen an den Fachmärkten vorbei. Neu zu den bisher bekannten Plänen ist, dass der Fortbau nicht auf zwei, sondern drei Etappen erfolgen soll, wobei die dann für 2023 vorgesehene Phase den Bereich zwischen Schulzentrum und Einmündung in die Weitraer Straße betrifft.