Ex-Primar Vischer ist Medizinalrat. Chirurg Hans-Martin Vischer zum Medizinalrat ernannt. Seine Praxis in Gmünd bleibt trotz Pensionierung offen.

Von Johannes Bode. Erstellt am 14. November 2020 (05:54)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verlieh dem ehemaligen Primar Hans-Martin Vischer den Titel Medizinalrat.
privat

Ganz unspektakulär geht der ehemalige Primar Hans-Martin Vischer mit der Ernennung zum Medizinalrat um: „Irgendwie freut es mich schon, es ist ein Titel ohne Verpflichtung. Warum ich ihn bekommen habe, weiß ich allerdings nicht, vielleicht ist es eine Alterserscheinung.“

Der Titel wurde ihm von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verliehen – fünf Jahre, nachdem er mit der Disziplinarkommission der Ärztekammer wegen unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Weiterbildung aneinandergeraten war.

Seit ungefähr einem Jahr ist Vischer nun in Pension, er hat nicht nur das Primariat, sondern auch seinen Kassapraxis-Vertrag zurückgelegt: „Der Vertrag verpflichtet zu Öffnungszeiten an vier oder fünf Tagen die Woche, das wollte ich nicht mehr.“

Wahlarzt-Praxis hat an drei Tagen die Woche geöffnet

Nun führt Vischer die Ordination als Wahlarzt-Praxis und hat an drei Tagen die Woche einige Stunden geöffnet: „Das ist wesentlich gemütlicher, es kommen weniger Leute, für die ich mehr Zeit habe.“ Es komme auch weniger zu Stresssituationen durch die Doppelbelastung aus Krankenhaus und Ordination. „Der Beruf macht mir immer noch Freude.“

Ein bisschen wie Pension fühlt es sich für Vischer trotzdem an: „An den Tagen, an denen die Ordination nicht offen ist, ist es schon ungewohnt. Oft fragt man sich: Was mache ich jetzt eigentlich? In 40 Jahren gewöhnt man sich schon sehr an den Berufsalltag. Ich hab allerdings jede Menge Hobbys.“ Dazu gehört, neben Malerei, Musik oder Motorradfahren, auch eine kleine Firma, die griechisches Olivenöl importiert: „Ich besuche seit 1968 fast jedes Jahr einen Freund am Peloponnes, der Olivenöl herstellt. Ich hab immer ein paar Flaschen mitgebracht und vor rund 12 Jahren erstmals statt der üblichen Flasche Wein auf eine Feier eine mitgenommen.“ Bis irgendwann alle Bekannten Öl wollten: „Vor zehn Jahren hab ich die Firma gegründet. Es bleibt aber ein Hobby.“